Cataglyphis, hierzulande als Wüstenameise bekannt, kann bei der Futtersuche hunderte Meter weit durch den Sand laufen, ohne sich zu verirren. Sie kehrt auf dem gleichen Weg zurück, den sie genommen hat. Dieses kleine Krabbeltier haben Forscher am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) In Paris und der Aix-Marseille University zum Vorbild erkoren. Sie entwickelten mit Antbot, etwa Ameisenroboter, ein sechsbeiniges Gerät, das ohne Navi an Bord seinen Weg zurück findet, wenn er die Gegend erkundet hat.


Bild: Julien Dupeyroux, ISM (CNRS/AMU)

Wo Ameisen den Menschen überlegen sind

Die Ameisen können die Polarisierung des Tageslichts erkennen, anders als Menschen, deren Auge dazu nicht fähig ist. Außerdem haben sie eine Technik zur Entfernungsmessung. Sie zählen gewissermaßen ihre Schritte. Die Polarisierung, also die Richtung, in der die Lichtwellen schwingen, nutzt auch Antbot. Dazu besitzt sie einen Filter, der das erkennen lässt. Dazu kommt ein Bewegungssensor, der die zurückgelegte Entfernung misst.

Lange haben Forscher gerätselt, worauf die phänomenale Orientierungsfähigkeit der Wüstenameisen beruht. Pheromone, also Duftstoffe, schlossen sie gleich aus. Die wären schon nach kurzer Zeit verbrannt, sodass sie nicht mehr zur Orientierung getaugt hätten. Doch mit der Zeit kamen sie dem Geheimnis der kleinen Krabbler auf die Spur.


Der Ameisenroboter merkt sich den gegangenen Weg

Antbot kehrt genau wie die Ameisen selbstständig an seinen Startpunkt zurück, und das mit beachtlicher Genauigkeit. Er weicht allenfalls um einen Zentimeter von der Sollstelle ab. Bisher schafft er das allerdings erst nach einem Ausflug in einem Umkreis von 14 Metern. Nächstens Ziel der französischen Wissenschaftler ist es, die Reichweite zu erhöhen.

Mit einem Gewicht von gerade mal 2,3 Kilogramm ist der sechsbeinige Antbot Robotern, die sich mit Hilfe von Rädern oder Raupen bewegen, in unwegsamem Gelände deutlich überlegen. In manchen Situationen kommen nicht einmal Drohnen da mit. Wenn sich Rauch entwickelt sehen sie beispielsweise nichts.

Helfer bei Natur- und anderen Katastrophen

Antbot ist für die Inspektion von Regionen vorgesehen, die von Menschen nicht oder nur mit hohen Sicherheitsvorkehrungen betreten werden können. Bei Naturkatastrophen beispielsweise können sie Vermisste aufspüren und den Rettungskräften Hinweise geben.

via CNRS

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1 Kommentar

  1. Björn

    19. Februar 2019 at 10:27

    Manchmal kann man sich nur an den Kopf fassen, was die Wissenschaftler so machen. :o)

    Wieso auch eine Schnur verwenden… *Augenrollen
    Ein runder Bot sollte noch weniger Probleme auf dem Rückweg haben ^^ Dann bleiben die Füße nicht an Bäumen/Ästen o.ä. hängen…

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