Die Niederländer haben allgemein eine sehr hohe Affinität zur Nutzung des Fahrrads. Ungefähr jeder vierte Einwohner gibt an, regelmäßig Touren mit dem Rad zu absolvieren. Allerdings können sie auch auf zwei spezielle Vorteile setzen: Zum einen sorgt die Geographie des Landes dafür, dass es nur wenig schwere Anstiege gibt. Man muss also keine Bergziege sein, um auch längere Strecken mit dem Fahrrad absolvieren zu können. Außerdem hat die Regierung bereits vor vielen Jahren mit dem Ausbau der benötigten Infrastruktur begonnen. Nun hat Stientje Van Veldhoven, in den Niederlanden für den Ausbau der Infrastruktur zuständig, ein weiteres Projekt angekündigt. Demnach sollen Arbeitnehmer Geld erhalten, wenn sie nicht mit dem Auto, sondern mit dem Rad, zur Arbeit kommen.


200.000 Menschen sollen zum Radfahren bewegt werden

Im Gespräch sind dafür 19 Cent pro zurückgelegtem Kilometer. Zahlen will das Geld aber nicht die Regierung direkt. Vielmehr sollen die Arbeitgeber des Landes entsprechende Boni ausschütten. Die Zielsetzung der Maßnahme ist vielfältig: So sollen zum einen Staus und Parkplatzprobleme vermieden werden. Zum anderen schont Radfahren aber auch Umwelt und Klima. Außerdem profitieren die Radfahrer direkt durch eine bessere Gesundheit. Auch zahlenmäßige Ziele wurden bereits definiert: Insgesamt sollen 200.000 Menschen dazu bewegt werden, vom Auto auf das Fahrrad zu wechseln. Auf diese Weise sollen drei Milliarden zusätzliche Fahrradkilometer zusammen kommen. Die Ministerin ruft daher auch alle Niederländer auf: „Lasst uns raus aus dem Auto kommen und aufs Fahrrad springen!“


Ein Projekt in Brabant läuft bereits erfolgreich

In der Provinz Brabant existiert zudem bereits ein solches Förderprogramm namens B-Riders. Dort erhalten die Menschen einen Bonus, wenn sie während der klassischen Pendlerzeiten vom Auto auf das Fahrrad wechseln. Unterstützt werden sie zudem durch eine eigene App. Erste Auswertungen des Programms haben gezeigt, dass durch das Geld durchaus langfristige Effekte erzielt werden. So nutzten die meisten Teilnehmer auch nach Auslaufen der Bonuszahlungen weiterhin öfter das Fahrrad als zuvor. Ein ähnlicher Erfolg soll nun auch auf staatlicher Ebene wiederholt werden. Noch muss die Ministerin aber das Parlament von ihrem Vorhaben überzeugen. Parallel dazu wurde zudem ein weiterer Ausbau der Infrastruktur angekündigt. In neue Fahrradwege und Stellplätze werden insgesamt 100 Millionen Euro investiert.

Via: Treehugger

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