Manche halten es für die einzig wahre Art Silvester zu feiern, andere wiederum sehen darin eine Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung sondergleichen: Die Böllerei zu Silvester ist heiß umstritten, die DUH kennt dafür nur eine Lösung: abschaffen! 98 Städte mit besonders hoher Feinstaubbelastung haben nun den formlosen Antrag erhalten, ein kommunales Verbot zu erlassen.


Von André Karwath aka AkaEigenes Werk, CC BY-SA 2.5, Link

Gegen Luftverschmutzung, Lärm und Verletzungsgefahr

Die Anträge gingen im Juli und im Oktober dieses Jahres heraus, zum Beispiel an die Städte Augsburg, Köln, Passau, Saarbrücken, Tübingen, Wolfsburg und Wuppertal. Alle 98 Kandidaten veröffentlichte die DUH auf ihrer Homepage (siehe Quellenangabe). Die Initiative bezieht sich hauptsächlich auf dicht besiedelte Stadtzentren, wo die Luft zu Silvester besonders dick wird. Doch es geht der Organisation nicht nur um den Feinstaub, sondern auch um verschreckte Tiere sowie die Brand- und Verletzungsgefahren. Aus diesem Grund steht zu vermuten, dass hier nur ein erster Testballon gestartet wird, um auf lange Sicht ein bundesweites Böllerverbot zu erreichen.

Verbotsantrag kommt mit anwaltlichem Gutachten

Die DUH erklärt auf ihren Seiten, fast 60 % aller Menschen im Lande unterstützen die Förderung nach einem knallerfreien Silvester, während ungefähr 40 % lieber weiter wie gewohnt Silvester feiern würden. Diese Zahlen stammen aus einer Umfrage von YouGov. Dem aktuellen Verbotsantrag liegt ein anwaltliches Gutachten bei, wie sich die Angelegenheit formal gesetzlich regeln ließe. Das Schreiben besitzt also schon einen sehr konkreten Inhalt, der nicht nur das anvisierte Ziel vorgibt, sondern auch den Weg dorthin. Verbindlich ist es für die Städte jedoch keinesfalls, sondern es handelt sich nur um ein Ersuchen. Außerdem fordert die DUH die Bürger dazu auf, eigene Petitionen zu erstellen und Unterschriften zu sammeln. Eine Petition von Andrea Glomba auf change.org hat bereits die 100.000-Unterschriften-Marke überschritten.


Auch die Bundesumweltministerin Svenja Schulze soll aktiv werden, meint die DUH. Sie erhält die Aufforderung, das Bundesimmissionsschutzgesetz und die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz so zu ändern, dass das Böllereiverbot auf solider Basis steht. Über diese Anstrengungen kann man wie immer geteilter Meinung sein, ebenso wie über die Funktion der Deutschen Umwelthilfe. Hohe Wellen schlagen die Aktionen der DUH aber allemal.

Quelle: duh.de

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