Das Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat verheerende Folgen hinterlassen. Bei dem Brand wurden große Teile des Dachgewölbes des Mittelschiffs der Kirche zerstört. Außerdem stürzte der mittlere Kirchturm aus Holz ein. Das französische Architekturbüro Vincent Callebaut Architectures hat nun einen Vorschlag unterbreitet, wie Notre-Dame nach der ohne Frage anstehenden Restaurierung aussehen könnte. Die Vision der Architekten sieht ein Glasdach sowie einen gläsernen Turm vor. Gleichzeitig soll die Restaurierung der Kirche diese deutlich nachhaltiger machen.


Bild: Vincent Callebaut Architecture

Viel Glas und Nachhaltigkeit

Das Architekturbüro von Vincent Callebaut ist für seine ambitionierten Projekte bekannt. So ist Callebaut etwa der Kopf hinter dem Hyperions-Projekt in Indien sowie hinter Utopia City, der schwimmenden Stadt. Da mutet die Restaurierung von Notre-Dame fast wie ein kleines Projekt an. Das Konzept läuft unter dem Namen „Palingenesis“ und erinnert ein wenig an St. Patrick’s Cathedral in New York City. Die Kirche erhielt einen Award für ihr Nachhaltigkeits-Maekover.

Callebaut möchte die nicht beschädigten Teile von Notre-Dame quasi nicht anrühren. Der zerstörte Teil würde aber deutlich verändert werden. Das Konzept sieht einen zentralen Turm mit einem Rahmen aus CLT (Cross-Laminated Timber) mit Carbonziegeln und einem Glasdach vor. Auch der Rest des Daches wäre sehr glasbetont und würde viel natürliches Licht ins Innere der Kirche lassen. Außerdem sieht der Entwurf ein ausgeklügeltes Belüftungssystem und eine fortschrittliche Solaranlage vor.


The new wooden frame is covered with a three-dimensional crystal glass dress subdivided into faceted diamond-shaped elements. These crystals consist of an organic active layer, made of carbon, hydrogen, nitrogen and oxygen, which absorbs light and transforms it into power. This energy, stored in hydrogen fuel cells, will be directly redistributed throughout the cathedral„, so das Architekturbüro.

Bild: Vincent Callebaut Architecture

Hat ein radikales Konzept eine Chance?

In der Kathedrale soll außerdem ein großer Garten entstehen, der eine Aquaponik-Farm beinhalten soll. Die Farm sollte in der Lage sein, bis zu 25 Kilogramm Früchte und Gemüse pro Quadratmeter zu produzieren und so eine Ernte von 21 Tonnen pro Jahr zu ermöglichen. Callebauts Vision sieht vor, dass diese Ernte dann an die bedürftigen Pariser verteilt wird.

Bild: Vincent Callebaut Architecture

Die Kirchen in Frankreich sind im staatlichen Besitz. Das bedeutet, dass die Verantwortung für die Restauration von Notre-Dame auch an den französischen Staat fallen wird. Ob dieser sich auf eine derart radikale Veränderung einlassen würde, ist natürlich fraglich.

via Vincent Callebaut Architectures

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2 Kommentare

  1. Andro Wegner

    7. Mai 2019 at 20:38

    Wäre sicher eine Attraktion. Allerdings bräuchte es dann auch ein passendes Innenkonzept, so dass der ursprüngliche sakrale Raum sichtbar wird und gleichzeitig ein neuer, zeitloser sakraler Raum entsteht. Es muss ein Raum sein, der anspricht und fasziniert, den man gerne besucht und wo man gern betet. Also die unterschiedlichen Nutzer müssen auf ihre Kosten kommen.

  2. Weste

    8. Mai 2019 at 13:50

    Die Idee ist richtig gut.
    Das Ehemalige wieder auf- und direkt für die Zukunft bauen.
    Nicht nur Restauration, sondern eben zukunftsgewandt mit Vision und für die Menschen.

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