Der Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko machte weltweit Schlagzeilen. Dabei strömte Öl über Wochen unkontrolliert in den Ozeanen. Seitdem haben sich eine ganze Reihe von Unternehmen mit der Problematik beschäftigt. So wurden verschiedene Technologien entwickelt, um in einem solchen Fall das Öl aus dem Wasser zu entfernen. Diese Ansätze haben allerdings alle ein Problem: Sie funktionieren am besten bei warmen Temperaturen wie sie etwa im Golf von Mexiko herrschen. Inzwischen wird aber auch immer mehr Öl in extrem kalten Gebieten wie der Arktis gefördert. Dort könnte nun allerdings eine ganz alte Technik helfen: Forscher haben Sägespäne so präpariert, dass sie Öl aus dem Wasser saugen können.


Sägespäne kommen auch in vielen Werkstätten zum Einsatz

Entwickelt wurde die Methode, die auch bei sprichwörtlich arktischen Temperaturen funktioniert, von Wissenschaftlern des Pacific Northwest National Laboratory. Die grundlegende Idee ist dabei natürlich schon deutlich älter und dürfte vielen Heimwerkern bekannt sein: In vielen Werkstätten und Garagen wird Sägemehl bereits genutzt, um kleinere Mengen Öl aufzunehmen. Der springende Punkt ist nun aber, dass es den Forschern gelungen ist, diese Fähigkeit auch auf Öllachen im Wasser zu übertragen. Möglich wurde dies durch einen dünnen Film von Bio-Öl, der die Sägespäne überzieht und dafür sorgt, dass Wasser abgewiesen und Öl aufgesogen wird.


Die Auswirkungen auf das umliegende Ökosystem sind minimal

Gibt man die Sägespäne ins Wasser, saugen sie sich mit Öl voll und können dabei rund das Fünffache des ursprünglichen Gewichts erreichen. Anschließend können die Sägespäne dann entweder aus dem Wasser gefischt oder kontrolliert verbrannt werden. Der große Vorteil der Methode: Sägespäne haben keine negativen Auswirkungen auf das umliegende Ökosystem – anders als der Einsatz von speziellen Chemikalien. Wie erfolgreich die Bekämpfung von Öllachen im Wasser durch das modifizierte Sägemehl ist, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. So ist es wichtig, dass Lecks möglich schnell entdeckt und das Öl zeitnah aufgesogen werden kann. Aktuell wird das Material aber zunächst noch im Labor getestet, bevor dann die ersten Versuche unter realen Bedingungen stattfinden werden.

Via: Newatlas

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