Eine bemannte Mission zum Mars ist das langfristige Ziel der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. Bis dahin sind allerdings noch einige technische Probleme zu lösen. Nach aktuellem Stand würde die Flugdauer etwa 180 Tage betragen. Das Problem dabei: Während dieser Zeit müssen die Astronauten mit Essen, Getränken und Energie versorgt werden. Logischerweise müssen dabei sämtliche Vorräte vor Beginn des Fluges in der Rakete stationiert werden. Dies kostet nicht nur Platz, sondern auch jede Menge Geld. Die NASA finanziert daher ein Forschungsprojekt der Firma „SpaceWorks Enterprises“. Ziel des Projektes ist es, Menschen in einen künstlichen Dauerschlaf zu versetzen und so den Energieverbrauch zu reduzieren.


Flug zum Mars
Bild: Flug zum Mars schlafend; via sei.aero

In drei Stufen zum Tiefschlaf

Geplant ist dafür ein dreistufiger Ablauf. Zunächst werden die Personen betäubt und mit einer neuromuskulären Blockade an Bewegungen gehindert. Anschließend wird die Körpertemperatur um 10 Grad Fahrenheit gesenkt. Dies geschieht zum einen durch Kühlung von außen, zum anderen aber auch durch einen durch die Nase eingeführten Kühlstoff, der die Körpertemperatur von innen senkt. Diese Maßnahmen reduzieren den Energieumsatz des Körpers um 50 bis 70 Prozent. Die dennoch benötigten Nährstoffe werden dem Schlafenden dann intravenös verabreicht. Unter Laborbedingungen ist es dem Unternehmen so bereits gelungen einen Probanden eine Woche im Tiefschlaf zu halten.

Gesundheitliche Risiken sind noch unbekannt

Bevor diese Technik allerdings auch in der Raumfahrt eingesetzt werden kann, müssen zunächst einige gesundheitliche Fragen geklärt werden. So erhöht sich durch den Tiefschlaf die Gefahr einer Lungenentzündung. Ebenso muss noch eine Lösung für die Muskeln der Astronauten gefunden werden. Die Verringerung des Energieumsatzes gelingt vor allem auch, weil den Muskeln im Tiefschlaf deutlich weniger Energie zugeführt wird. Auf Dauer bilden diese sich dadurch aber zurück – ein Effekt den jeder kennt, der schon einmal längere Zeit das Krankenbett hüten musste. Ein 180 tägiger Tiefschlaf würde momentan dafür sorgen, dass die Astronauten auf dem Mars zunächst wieder mühsam aufgepäppelt werden müssten. Sprich: Die während des Flugs eingesparte Energiezufuhr müsste dort dann doch verabreicht werden.


Zudem stellen sich langfristige Gesundheitsfragen. Da es bisher lediglich ein einwöchiges Testprojekt gab, gibt es logischerweise auch keine Langzeitstudien. Es ist aber vorstellbar, dass Knochen und Organe ebenfalls nicht auf eine solch lange Tiefschlafphase ausgelegt sind. Dort könnten daher Langzeitschäden entstehen. Bevor also ein Mensch tatsächlich 180 Tage im Tiefschlaf verbringen kann, wird noch einige Zeit vergehen. Geduld ist allerdings eine der positiven Eigenschaften der NASA. Die Weltrumbehörde investiert traditionell viel Geld in Grundlagenforschung, die dann später einmal der Raumfahrt nutzen könnte.

Quelle: Digitaltrends; sei.aero

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