In der chilenischen Atacama Wüste haben die Erdarbeiten für den Bau des „Extremely Large Telescope (ELT)“ begonnen. Die Grundstruktur und Größe des geplanten Gebäudes ist auf den mit einer Drohne geschossenen Bildern schon zu erkennen. Errichtet wird das Spiegelteleskop in einer Höhe von mehr als 3.000 Metern auf dem abgetragenen Gipfel des Cerro Amazones. Die Gegend eignet sich bestens für die Beobachtung des Weltalls. Nur rund 22 Kilometer entfernt liegt daher auch das „Very Large Telescope“ – das ebenfalls von der Europäischen Südsternwarte betrieben wird. Nach Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2024 soll daher ein Teil der bestehenden Infrastruktur für beide Anlagen genutzt werden können. Die Fahrzeit zwischen den beiden Standorten wird bei lediglich rund dreißig Minuten liegen.


Die Elemente des Spiegels werden in Deutschland produziert

Alleine der Hauptspiegel des ELT soll eine Fläche von 978 Quadratmetern erreichen. Dadurch wird die Anlage zum leistungsfähigsten optischen Teleskop weltweit. Bisher ist es aus technischer Sicht aber noch nicht möglich, einen so riesigen Spiegel in einem Stück zu produzieren. Deshalb wird der Spiegel aus 798 Einzelteilen zusammengebaut. Diese sind jeweils sechseckig, 1,40 Meter lang und fünf Zentimeter dick. Hergestellt werden die einzelnen Elemente in Deutschland. Die Firma Schott in Mainz hat bereits mit der Produktion einer Vorserie begonnen und will im Jahr 2020 mit der Herstellung großer Stückzahlen starten. Geschliffen und poliert werden die einzelnen Teile dann noch einmal in Frankreich, bevor schließlich der Transport in die chilenische Wüste stattfindet. Dort soll der Spiegel für neue Erkenntnisse über das Weltall sorgen.


Bilder von bisher nicht gekannter Schärfe werden möglich

So wollen die beteiligten Forscher etwa nach Exoplaneten Ausschau halten und gegebenenfalls überprüfen, ob dort menschliches Leben möglich wäre. Außerdem könnte die Entstehung von Galaxien in der Frühzeit unseres Universums genauer untersucht werden. Die Leistungsfähigkeit des neuen Riesenteleskops wird durchaus beeindruckend sein: Die Bilder werden rund sechzehnmal schärfer sein als bei dem bekannten Weltraumteleskop Hubble. Finanziert wird das Großprojekt, dessen erste Bauphase alleine rund eine Milliarde Euro kosten wird, von insgesamt 16 Staaten. Die größten Geldgeber sind Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Später sollen aber auch Forscher aus nicht beteiligten Staaten die Anlage nutzen dürfen. Von den gemachten Entdeckungen soll dann ebenfalls die ganze Weltgemeinschaft profitieren.
Via: ESO

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.