Städte sind in der Regel im Laufe von Jahrhunderten immer weiter gewachsen. Für die Etablierung von neuen Technologien ist dies nicht unbedingt ein Vorteil. Beispiel: Vernetzte Autos. Diese können zwar theoretisch mit Ampeln kommunizieren und so den Verkehrsfluss beschleunigen. Möglich ist das aber natürlich nur, wenn auch die Signalanlage mit der entsprechenden Technologie ausgerüstet wurde. Weil das aber wiederum Geld kostet, kann sich eine solche Umrüstung lange hinziehen. Toyota-Chef Akio Toyoda will sich nun unabhängig von solchen Entwicklungen machen und plant den Bau einer komplett neuen Stadt. Diese soll auf einer Fläche von 70 Hektar entstehen, komplett vernetzt sein und sowohl von Menschen als auch von Robotern bewohnt werden.


Das europäische Hauptquartier von Toyota befindet sich in Köln. Bild: Tohma [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Toyota baut weit mehr als nur Autos

In dieser Art Zukunftslabor kann Toyota dann zahlreiche neue Technologien ausprobieren. Der Vorteil für den Konzern: Die meisten benötigten Produkte stellt er bereits heute her. Bei vernetzten Fahrzeugen dürfte dies den meisten bekannt sein. Tatsächlich gehört aber beispielsweise Toyota-Home auch zu den größten Verkäufern von Fertighäusern in Japan. In der neu geplanten Toyota-Stadt sollen die Häuser aus Holz errichtet und von – ebenfalls bei Toyota entwickelten – Robotern gebaut werden. Auf den Dächern wiederum werden Solarmodule installiert. Der dort gewonnene Strom wird lokal in Energiespeicher eingespeist. Auch hier hat der Autobauer – in Kooperation mit Panasonic – bereits eigene Produkte im Angebot. Letztlich soll so eine Stadt entstehen, die nachhaltig, komplett vernetzt und gut bewohnbar ist.

Ein dänischer Stararchitekt entwirft die Stadt

Nach der finalen Ausbauphase werden in der sogenannten „Woven City“ rund 2.000 Menschen leben. Den Angaben des Firmenchefs zufolge soll es sich um Rentner, Mitarbeiter von Toyota und Forscher handeln. Hinzu kommen noch zahlreiche Roboter, die beispielsweise bei der Hausarbeit helfen könnten. Um die Retortenstadt auch tatsächlich bewohnbar zu machen, hat sich Toyota zudem die Hilfe eines renommierten Architektenbüros gesichert: Der dänische Stararchitekt Bjarke Ingels hat die Federführung in diesem Bereich übernommen. Im Idealfall werden dann später einmal in der Woven City wichtige Ansätze erprobt, die anschließend auch in natürlich gewachsenen Städten zum Einsatz kommen können.


Via: Handelsblatt

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