Diskutiert wird das Thema schon seit einigen Jahren: Sollen die deutschen Autobauer selbst Batteriezellen fertigen oder diese bei Zulieferern einkaufen? Dahinter steht allerdings keine rein wirtschaftliche Frage. Vielmehr geht es auch um die Zukunft des Automobilstandorts Deutschland. Denn von den großen hier ansässigen Zulieferern haben sich alle gegen den Aufbau einer eigenen Produktion entschieden. Zuletzt winkte mit Bosch selbst der größte Autozulieferer der Welt ab. Auch Continental hatte kein Interesse. Der Grund: Die benötigten Anfangsinvestitionen und die Risiken der Marktentwicklung sind zu hoch. Damit aber droht den deutschen Autobauern eine unangenehme Abhängigkeit. Batteriezellen werden jetzt nämlich nur noch in Asien gebaut – und zwar vornehmlich von den Firmen Samsung und LG in Südkorea und CATL in China.


Bild: Volkswagen

An der Pilotlinie sollen Erfahrungen gesammelt werden

Nachdem VW-Chef Herbert Diess seinem Konzern einen radikalen Schwenk hin zum Elektroantrieb verordnet hatte, musste er daher auch darüber entscheiden, woher die benötigten Batteriezellen stammen sollen. Seine Antwort: Volkswagen wird gemeinsam mit dem schwedischen Partner Northvolt selbst in die Produktion einsteigen. Beide Unternehmen haben dafür zunächst 900 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Erstmals sichtbar wird die Kooperation nun in Salzgitter. Dort wurde eine erste Pilotlinie für die Produktion von Batteriezellen aufgebaut. Wirklich große Stückzahlen werden allerdings zunächst noch nicht vom Band laufen. Vielmehr geht es dem Konzern darum, Erfahrungswerte unter möglichst realistischen Bedingungen zu sammeln. Im nächsten Jahr soll dann mit dem Bau einer kompletten Fabrik für den Bau von Lithium-Ionen-Batterien begonnen werden.

Andere deutsche Konzerne verfolgen eine andere Strategie

Volkswagen hat dabei den Vorteil, dass theoretisch ausreichend Abnehmer für die produzierten Batteriezellen vorhanden sind. Denn neben der Stammmarke VW haben auch Tochterunternehmen wie Audi, Porsche, Skoda und Seat eigene Elektroautos angekündigt. Durch die hohen Stückzahlen könnte somit der Preis pro komplett selbst produzierter Batterie vergleichsweise niedrig ausfallen. Dennoch ist das Projekt nicht ohne Risiko. Denn Daimler beispielsweise arbeitete bis zum Jahr 2015 ebenfalls am Aufbau eigener Expertise. Dann aber erwies sich die Produktion als zu unwirtschaftlich. Der Konzern mit dem Stern hat sich daher entschieden, Lieferverträge im Wert von zwanzig Milliarden Euro mit asiatischen Zulieferern abzuschließen. Eine ähnliche Strategie verfolgt auch BMW.


Via: Business Insider

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