Braunkohle ist in Verruf geraten. Kein fossiler Brennstoff emittiert so viel Kohlendioxid wie dieses Material. Braunkohle hat aber auch eine andere Seite. Sie enthält Huminsäure, die zur Gesunderhaltung von Menschen entscheidend beiträgt. Doch der prozentuale Anteil ist gering, sodass es sich bisher nicht lohnte, diese Säure daraus zu gewinnen. Noch stehen besser geeignete Ausgangsmaterialien zur Verfügung, aus denen sich etwa Humintech aus Grevenbroich bei Düsseldorf bedient: Weichbraunkohle, deren Energiegehalt so gering ist, dass es sich nicht lohnt, sie zu verfeuern.


Bild: HUMINTECH GmbH

Mikroorganismen veredeln Braunkohle

Dieser Rohstoff geht allerdings zur Neige. Aus diesem Grund haben sich Humintech und das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) zusammengetan, um einen Weg zu finden, Braunkohle in Weichbraunkohle zu verwandeln. In der Natur passiert das durch Kontakt der Kohle mit Sauerstoff, sie oxidiert. Dieser Prozess dauert Jahrhunderte, so Berthold Stern, Forschungsleiter bei Humintech. Er und Umsicht-Forscherin Bettina Sayder wollen diesen Prozess dramatisch beschleunigen. Dazu testen sie Mikroorganismen, von denen seit etwa 100 Jahren bekannt ist, dass Braunkohle gegen Angriffe der winzigen Lebewesen nicht gefeit ist. OxiHumin heißt das Projekt, das vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird.

Äcker werden wieder fruchtbar

Huminsäure wird in vielen Bereichen benötigt. Auf den heute intensiv bewirtschafteten Äckern sorgt sie für Fruchtbarkeit und die Fähigkeit von Pflanzen, dem Boden Spurenelemente zu entziehen. Diese wiederum braucht der menschliche Körper, um Vitamine optimal zu verwerten und Angriffe von Viren und Bakterien abzuwehren. Manche Experten machen das Fehlen von Spurenelementen in der Nahrung mitverantwortlich für Zivilisationskrankheiten wie Allergien und Immunschwäche. Selbst Fettleibigkeit könnte eine Folge sein.


Peinliche Blähungen sind passé

Huminsäuren sind seit Jahrhunderten fester Bestandteil der chinesischen Medizin. In Europa ist die Nutzung noch nicht allzu weit verbreitet. Dabei machen es beispielsweise Schweine und vor. Indem sie im vermeintlichen Dreck wühlen nehmen sie Huminsäuren auf. Die entgiften den Körper und verhindern, weil sie sich im Darm ablagern, Verdauungsprobleme, etwa peinliche Blähungen oder Durchfall.

via Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht)

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