Heute wurde im Deutschen Bundestag über eine Neuregelung der Organspende diskutiert. Der Hintergrund: Hierzulande werden deutlich mehr Spenderorgane benötigt als tatsächlich zur Verfügung gestellt werden. Beschlossen wurde daher die sogenannte erweiterte Zustimmungslösung. Jede Person muss einer Organspende damit weiterhin zu Lebzeiten ausdrücklich zustimmen. Gleichzeitig sollen sämtliche Einwohner mindestens alle zehn Jahre auf das Thema angesprochen werden – etwa bei der Beantragung eines neues Ausweises. Parallel dazu arbeiten Forscher in aller Welt an technischen Lösungen, um den Mangel an Spenderorganen zu lindern. Ein Durchbruch könnte nun in der Schweiz gelungen sein. Dort konnte ein interdisziplinäres Forschungsteam menschliche Lebern außerhalb des Körpers eine Woche am Leben halten. Mehr noch: In dieser Zeit gelang es zusätzlich, die Funktionsfähigkeit der Organe zu erhöhen.


Bild: USZ

Die Leber kann nicht so einfach ersetzt werden

Dies ist von Bedeutung, weil nur Organe mit einer bestimmten Qualität transplantiert werden können. Die Forscher nutzten für ihr Experiment daher zehn Lebern, bei denen Ärzte eine Transplantation zuvor abgelehnt hatten. Bei immerhin sechs dieser Organe ist es gelungen, die Funktionsfähigkeit in der einen Woche außerhalb des Körpers ausreichend stark zu erhöhen, um die Kriterien für die Organspende doch noch zu erfüllen. Auf diese Weise könnte es gelingen, die Zahl der gespendeten Organe zu erhöhen, ohne dass die Zahl der Organspender zunimmt. Bei der Leber ist es von entscheidender Bedeutung, dass im Ernstfall ein Spenderorgan zur Verfügung steht. Denn die Funktion des Organs kann nicht zeitweise überbrückt werden. Während bei einem Nierenversagen beispielsweise übergangsweise auf die Dialyse zurückgegriffen werden kann, ist bei der Leber eine schnelle Transplantation die einzige Option.

Der Nachbau des menschlichen Körpers erwies sich als hochkomplex

Wie aber ist es den Ärzten gelungen, das Organ außerhalb des Körpers so lange am Leben zu halten? Wie so oft ist die dahinter stehende Idee ganz einfach: Sie haben den menschlichen Körper möglichst originalgetreu nachgebildet. So ersetzt unter anderem eine Pumpe das Herz, während ein Oxygenator für die Versorgung mit Sauerstoff verantwortlich ist. Doch was recht einfach klingt, erwies sich in der Praxis als hochkomplex. Denn nur wenn die einzelnen Objekte und Funktionen exakt aufeinander abgestimmt agieren, kann der menschliche Organismus nachgebildet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, setzten die Forscher in der Schweiz auf einen interdisziplinären Ansatz. Neben Ärzten waren daher beispielsweise auch Biochemiker und Ingenieure an dem Projekt beteiligt. Gemeinsam ist ihnen dann der entscheidende Durchbruch gelungen. Die ersten Organe, die mit ihrer Entwicklung behandelt wurden, sollen noch in diesem Jahr transplantiert werden.


Via: USZ

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