Mit mehr als zwei Millionen Mitarbeitern – teilweise im zivilen Bereich, teilweise im militärischen Dienst – ist das US-Verteidigungsministerium der größte Arbeitgeber der Welt. Ein Teil der Mitarbeiter beschäftigt sich allerdings offensichtlich auch mit eher obskuren Aufgaben. So kam nun heraus, dass in den Jahren 2007 bis 2012 jährlich 22 Millionen Dollar in die Suche nach UFOs investiert wurden. Herausgekommen ist allerdings kein greifbares Ergebnis. Vielmehr bestätigte ein ehemaliger Mitarbeiter gegenüber dem US-Politikmagazin Politico: In erster Linie seien jede Menge Akten produziert worden. Gesucht wurde auch nicht im All, sondern es wurden vermeintliche UFO-Beobachtungen näher untersucht, gefundene Gegenstände gesammelt, Videoaufnahmen ausgewertet und Zeugen befragt. Die offizielle Finanzierung endete allerdings ab dem Haushaltsjahr 2013.


Bild: Comet ISON Streaks Toward the Sun, NASA Goddard Space Flight Center, Flickr, CC BY-SA 2.0

Ein einflussreicher Politiker sorgte für die UFO-Suche

Die Begründung dafür lässt erahnen, dass die Arbeit der UFO-Sucher nicht besonders ergiebig war: Eine Sprecherin des Pentagon sagte, es habe schlicht bessere Alternativen gegeben, das Geld zu verwenden. Warum aber hat das US-Verteidigungsministerium überhaupt mit der Suche begonnen? Das lag vermutlich vor allem an Harry Reid, damals Mehrheitsführer der Demokraten im Abgeordnetenhaus der Vereinigten Staaten. Dieser ist seit Jahren von außerirdischem Leben fasziniert und scheint seinen Einfluss genutzt zu haben, um Gelder im Verteidigungshaushalt für die UFO-Suche freizuschaufeln. Reid bestätigte dies inzwischen gegenüber der New York Times und fügte hinzu: „Mir ist das nicht peinlich!“ Es sei eines der guten Dinge, die er in seiner Amtszeit auf den Weg gebracht habe.

Auch heute noch arbeiten einige Mitarbeiter an dem Projekt

Problematisch ist allerdings, dass ein Teil der Aufgaben ausgelagert wurde. Viel Geld ist daher an die Firma Bigelow Aerospace geflossen. Dessen Besitzer und Gründer Robert Bigelow ist nicht nur Milliardär und von der Existenz von UFOs überzeugt, sondern gleichzeitig auch ein alter Freund von Harry Reid. Tatsächlich sind Reid und Bigelow offensichtlich nicht die einzigen, die von dem Projekt überzeugt waren. Denn auch nach dem Ende der offiziellen Finanzierung haben einige Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums noch weiter an der UFO-Suche gearbeitet. Verantwortlich dafür war der ehemalige Geheimdienstbeamte Luis Elizondo. Dieser hat zwar inzwischen gekündigt, aber auch betont: Es sei ein Nachfolger für ihn ernannt worden.


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