Die zunehmende Globalisierung bleibt auch auf die Tierwelt nicht ohne Auswirkungen. Viele Tierarten haben sich inzwischen in Regionen angesiedelt, die eigentlich nicht zu ihren natürlichen Lebensräumen gehören. So gibt es in verschiedenen deutschen Großstädten inzwischen frei lebende Papagaienschwärme. Nimmt eine solche Einwanderung allerdings überhand, kann dies hoch problematische Auswirkungen auf das natürliche Ökosystem haben. Zu beobachten ist ein solcher Effekt in Australien. Dort hat sich der eigentlich nicht einheimische Karpfen inzwischen so weit ausgebreitet, dass er zahlreichen lokalen Fischarten die Existenzgrundlage raubt. Die australische Regierung hat daher nun Gelder für eine drastische Maßnahme bereit gestellt: Das Herpes-Virus soll die Karpfenbestände drastisch reduzieren.


Foto: Ed Dunens Creative Commons 2.0
Foto: Ed Dunens Creative Commons 2.0

Die toten Fische müssen anschließend aus dem Wasser gefischt werden

Beim Menschen ist Herpes zumeist lediglich unangenehm, für Karpfen endet eine Infektion aber relativ schnell tödlich. So gehen die australischen Behörden davon aus, dass das Virus rund sieben Tage brauchen wird, um sich in einem Gewässer auszubreiten. Ein infizierter Karpfen stirbt dann in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Das Virus wurde dabei in den letzten Jahren intensiv getestet, so dass die Experten inzwischen sicher sind, dass es lediglich Karpfen infiziert. Der Rest des Ökosystems soll vom Einsatz des Herpes-Virus unbeschadet bleiben. Insgesamt stehen für das Programm dabei 15 Millionen Dollar zur Verfügung – wobei ein Teil davon benötigt wird, um die toten Fische aus dem Wasser zu ziehen.

Auch in den Vereinigten Staaten gibt es Probleme mit Karpfen

Wo genau das bereitgestellte Geld dann eingesetzt wird, soll in den nächsten Monaten durch die zuständigen Fachminister und den stellvertretenden Premierminister festgelegt werden. Der Industrie- und Forschungsminister zeigte sich von der Technik jedenfalls schon einmal einigermaßen begeistert: „Wir wissen, dass es funktioniert. Wir wissen, dass es vollkommen sicher ist. Jetzt müssen wir den besten Weg zur Umsetzung finden“, so Christopher Pyne. Das Experiment dürfte dabei auch von den US-Behörden mit Spannung verfolgt werden. Denn auch im Mississippi gibt es Probleme mit einer nicht einheimischen Karpfenart. Es ist zudem nicht das erste mal, dass das Herpes-Virus für einen guten Zweck eingesetzt wird. Im vergangenen Jahr entwickelten Forscher eine Behandlungsmethode für Hautkrebs, die auf einem veränderten Herpes-Virus basiert.


Via: The Guardian

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