Der Anblick auf der A5 zwischen Langen und Weiterstadt ist einigermaßen kurios. Denn über der rechten Fahrspur befindet sich dort eine Oberleitung wie man sie von Zügen kennt. Besonders merkwürdig ist dies, weil diese keine echte Funktion zu haben scheint. Die Lastwagen fahren weiterhin ganz normal mit Verbrennungsmotor. Zwei bis dreimal am Tag ändert sich das Szenario allerdings und es kommt tatsächlich ein Lastwagen, der seinen Stromabnehmer ausfährt und so während der Fahrt seine Batterien auflädt. Diese niedrige Nutzungsrate ist kein Zufall. Denn bisher wurde in der Region nur eine Spedition mit einem entsprechend ausgerüsteten Lastwagen ausgestattet. Erst im Herbst wird ein zweites Fahrzeug folgen.


© Hessen Mobil

Die Testphase ist auf mehrere Jahre ausgelegt

Glaubt man den Organisatoren des Feldversuchs, ist dieses langsame Tempo durchaus beabsichtigt. Denn die rund fünf Kilometer lange Strecke wurde nicht elektrifiziert, um sofort signifikant CO2 einzusparen. Stattdessen soll die Technik zunächst ausführlich und in allen Facetten getestet werden. Wenn man so will, handelt es sich also um einen Laborversuch in der realen Welt. Bis zum Jahr 2022 soll die Zahl der ausgerüsteten Lastwagen deshalb sukzessive auf fünf steigen. Auch die Zahl der gesammelten Datenpunkte dürfte sich somit kontinuierlich erhöhen. Außerdem ist in Deutschland der Bau von zwei weiteren Teststrecken geplant. Bisher allerdings – nach immerhin drei Monaten Betrieb – lässt sich noch kein verwertbares Zwischenfazit ziehen. Dies soll erst in rund einem Jahr geschehen.

Der vollständige Ausbau wäre extrem kostspielig

Zumindest der Fahrer des speziellen Elektro-Lastwagens soll aber von der Technik begeistert sein. Seiner Chefin zufolge genießt er auf den rund fünf Kilometern vor allem die ungewöhnliche Ruhe des Fahrzeugs. Ein kompletter Ausbau des deutschen Autobahn-Netzes ist allerdings auch zukünftig nicht geplant. Dies wäre deutlich zu kostspielig. Stattdessen ist geplant, rund 1.000 besonders stark befahrene Kilometer zu elektrifizieren. Bei geschätzten Kosten von einer Millionen Euro pro Kilometer ergäben sich dadurch Ausgaben in Höhe von einer Milliarde Euro. Die zuständigen Behörden betonen zudem, dass es sich nicht um eine Konkurrenz zum Gütertransport auf der Schiene handelt. Diesen zu fördern ist auch weiterhin das primäre Ziel der Politik.


Via: Wiwo

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