An der Universität Magdeburg wird aktuell an einem Projekt gearbeitet, das die Mobilität in dicht besiedelten Städten revolutionieren könnte: Die Forscher entwickeln ein autonomes Fahrrad. Das Gefährt soll gegenüber selbstfahrenden Autos vor allem zwei Vorteile mit sich bringen: Zum einen stehen Fahrräder deutlich seltener im Stau und können so die Verkehrsbelastung in den Städten reduzieren. Zum anderen sollen die autonomen Räder als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr genutzt werden. Sprich: Die Nutzer bestellen sich ein autonomes Fahrrad nach Hause und fahren damit dann bis zur nächsten S-Bahn-Station. Auf diese Weise können vor allem städtische Randbezirke besser an das Netz angeschlossen werden. Weil das Fahrrad aber selbstständig mobil ist, müssen keine Abstellflächen geschaffen werden.


Foto: Harald Krieg/Universität Magdeburg

Eigentlich handelt es sich um ein Dreirad

Das klassische Fahrrad bietet allerdings nur wenig Platz, um die notwendige Technik zu verbauen. So sieht der aktuelle Prototyp auch noch ein wenig ungewöhnlich aus. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich eigentlich um ein Dreirad. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nur so kann sichergestellt werden, dass das Rad an einer roten Ampel nicht einfach umfällt. Zwischen den beiden Hinterrädern befindet sich zudem ein Metallkasten, in dem ein Großteil der Technik verbaut wurde. Dort werden die Daten der am Rahmen befestigten Kameras, des Laserscanners und des Radars ausgewertet, um so sicherzustellen, dass es zu keiner Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern kommt. Verschiedene Sensoren messen zudem Drehzahl und Beschleunigung. Mithilfe von GPS kann dann jeweils die aktuelle Position bestimmt werden.

Die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern muss neu gedacht werden

Verglichen mit selbstfahrenden Autos gibt es aber einen großen Nachteil: Die Umgebung ist weniger berechnbar. So sind Fahrräder zum einen nicht nur auf gut ausgebauten Straßen unterwegs, sondern auch auf Waldwegen oder Kies. Dies stellt für die Technik eine besondere Herausforderung dar. Zum anderen ist die Kommunikation mit den übrigen Verkehrsteilnehmern deutlich schwieriger. Ohne Fahrer kann beispielsweise auch niemand anzeigen, wohin abgebogen werden soll. Die Entwickler denken daher über die Installation von Richtungsanzeigern nach. Außerdem laufen Fußgänger deutlich öfter unerwartet auf einen Fahrradweg als dies bei einer Straße der Fall ist. In diesem Punkt haben die Entwickler gegenüber ihren Kollegen aus der Automobilindustrie aber einen Vorteil: Aufgrund der niedrigeren Geschwindigkeit ist auch der Bremsweg des autonomen Fahrrads deutlich niedriger. 2020 sollen in Magdeburg die ersten autonomen Fahrräder genutzt werden können.


Via: Universität Magdeburg

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.