Autonom fahrende Autos müssen sich auf ihre Kameras verlassen. Deren Bilder sorgen für eine einwandfreie Identifizierung dessen, was sich vor dem Fahrzeug befindet, etwa ein Fußgänger, ein Radler oder ein Kinderwagen. Das nutzt der Bordcomputer, um entsprechend zu reagieren.


Bild: MIT

Bei Nebel und starkem Regen funktioniert das nicht. Die Kameras liefern verwaschene Bilder. Die Radarsensoren verhindern dann das schlimmste. Doch hochaufgelöste Bild können sie nicht liefern. Das hat Forscher am Massachusetts Institute of Technology MIT) in Cambridge/USA auf den Plan gerufen. Sie verpassen den Fahrzeugen zusätzliche Augen. Diese zeichnen so genaue Bilder, dass die Objekte selbst bei sehr schlechter Sicht eindeutig erkannt werden.

Der Bordcomputer errechnet die Bilder

Das System gasiert auf Sub-Terahertzwellen. Deren Frequenz liegen zwischen Infrarot und Mikrowelle im elektromagnetischen Spektrum. Sie durchdringen den Nebel vollkommen mühelos. Ein Sender im Auto strahlt die Wellen ab. Sie werden von Objekten teilweise verschluckt. Der Rest wird reflektiert und von einem -Sensor im Fahrzeug aufgefangen. Aus diesen Daten errechnet der Bordcomputer ein realistisches Bild.


Das Sub-Terahertzwellen diese Eigenschaft haben ist seit langem bekannt. Dennoch habe sein Team vor einer gewaltigen Herausforderung gestanden, sagt Ruonan Han, Assistenzprofessor für Elektrotechnik und Computerwissenschaften am MIT. Geräte, die die gewünschte Leistung bringen, seien viel zu groß gewesen, als dass man sie in Autos hätte einbauen können. Kleinere Sende- und Empfangsanlagen hätten eine zu geringe Leistung. Han und sein Team entwickelten deshalb eine völlig neue Einheit, die auf einen Chip passt.

Empfindlichkeit ist 4300 Mal höher

Der Prototyp hat 32 Bildpunkte (Pixel). Jedes reagiert 4300 Mal sensibler auf Signale als die besten Systeme, die heute zur Verfügung stehen. Jetzt arbeiten die MIT-Forscher daran, die Einheit zur Serienreife zu bringen, damit sie die Zulassung für den Einbau in autonom fahrende Autos zu bekommen.

„Die Aussicht, autonomen Fahrzeugen und Drohnen bessere Augen zu verschaffen, ist eine große Motivation für uns“, sagt Ruonan Han. Das Zusatzauge wird den Schutz vor Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern besser verhindern.

via MIT

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

2 Kommentare

  1. Wilfi

    19. Februar 2019 at 22:06

    Ha ha, den Schutz vor Kollisionen verhindern 🙂

  2. Der Frager

    20. Februar 2019 at 08:48

    Was passiert den eigentlich wenn mehrere Fahrzeuge diese Wellen aussenden z.b. im Stadtverkehr. Woher weis das System welche Strahlen von ihm und welche von einem anderen Fahrzeug sind, wenn überall unzählige Strahlen kreuz und quer „herumfliegen“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.