Das Gefährt ähnelt einem Würfel. Mit großen Augen schaut es den Fußgänger oder Radfahrer an, der auf einem Zebrastreifen die Straße überqueren will und signalisiert ihm: „Keine Angst, ich habe dich gesehen. Du kannst sorgenfrei hinübergehen.“ Das merkwürdige Gefährt rollt derzeit durch Straßenzüge, die einem Stadtteil von Coventry in Großbritannien nachempfunden sind. Dort ist der elektrisch angetriebene Kleinwagen, der autonom fährt und vier Passagieren Platz bietet, gebaut worden: Von dem auf autonomes Fahren spezialisierten Unternehmen Aurrigo.


Shuttle für die Fahrt zum Bahnhof


Den Entwicklern gelang es, den Edelautohersteller Jaguar Land Rover, der zum indischen Autohersteller Tata Motors gehört, für das Fahrzeug zu interessieren. Er übernahm den Test im Rahmen des mit staatlichen Mitteln geförderten Projektes UK Autodrive. Der Kleinwagen soll auf Flughäfen, in riesigen Einkaufszentren, Freizeitparks und als Shuttle für die Fahrt etwa zum Bahnhof eingesetzt werden.

Vorbild sind Blickkontakte von Menschen

Nach verschiedenen Unfällen mit autonom fahrenden Autos, teilweise mit Todesfolge, ist das Vertrauen in die Fähigkeit der fahrerlosen Vehikel nicht mehr sehr groß. Aurrigo-Ingenieure dachten nach, wie es sich wiedergewinnen lassen könnte. Sie kamen auf eine Verhalten, das im heutigen Straßenverkehr oft angewandt wird. Fußgänger und Radfahrer, die eine Straße überqueren wollen, suchen den Blickkontakt mit dem Fahrer. So kann er den schwächeren Verkehrsteilnehmern signalisieren, dass er anhält. Genauso sollten es die fahrerlosen Autos machen. Prompt verpassten sie ihrem Gefährt zwei riesige Augen, die eigentlich Displays sind. Darauf können Menschen ablesen, was das Fahrzeug gerade vorhat.

Tests mit 500 Teilnehmern

Bei den Tests mit 500 Teilnehmern ermitteln die Ingenieure, wie hoch das Vertrauen der Fußgänger und Radfahrer darin ist, dass das Fahrzeug anhält, vor und nach dem Blickkontakt. Die Versuche sind noch nicht abgeschlossen, doch es zeichnet sich nach Auskunft von Jaguar Land Rover ein positives Ergebnis ab.

Auch andere Entwickler autonom fahrender Autos suchen nach Wegen, Vertrauen aufzubauen. So sollen farbige Lichter an der Front signalisieren, was das Fahrzeug gerade zu tun gedenkt. Selbst Beamer werden eingesetzt, die Zebrastreifen auf die Straße zaubern und so signalisieren: Ich lasse dich passieren.

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