Nun hat auch in Nordrhein-Westfalen die erste Teststrecke für automatisiertes Fahren im gewöhnlichen Straßenverkehr geöffnet. Ganz ohne Fahrer am Steuer geht es noch nicht. Auf dem Weg dahin, der im Übrigen in die Düsseldorfer Innenstadt führt, sollen jedoch jede Menge Daten gesammelt werden. Insgesamt ist die Testrecke für automatisiertes Fahren 20 Kilometer lang und beinhaltet ebenfalls Autobahnabschnitte, Brücken und Tunnel. Die Testphase beginnt heute und soll zunächst bis Juni 2019 andauern.


Cruise Projekt - Autonomes Fahren wird Real.jpg
Cruise Projekt – Autonomes Fahren wird Real.jpg

Autos erkennen rote Ampeln

Von der Stadt Meerbusch (gelegen im Rhein-Kreis Neuss) bis in die Düsseldorfer Innenstadt: Autonomes Fahren nimmt weiter Fahrt auf. Im Laufe der Testphase sollen Autos bei roten Ampeln automatisch abbremsen. Dafür wurden die an der Teststrecke gelegenen Lichtzeichenanlagen schon im Juni mit diversen Funkmodulen ausgestattet. Experten der ebenfalls am Projekt beteiligten RWTH Aachen erklären, dass die Funkmodule Daten zwischen der Verkehrszentrale, den Fahrzeugen und der Infrastruktur austauschen sollen. Ein Düsseldorfer Parkhaus lässt den Fahrer in der Gänze bereits obsolet werden und ermöglicht, dass die Testwagen völlig automatisiert einparken können. Dazu verlässt der Fahrer das Fahrzeug bereits vor dem Parkhaus. In der Folge findet der PKW seinen Weg in die passende Parklücke. Bis zu 20 Prozent könnten Parkhausbetreiber in Zukunft wieder mehr Platz schaffen, da automatisch geparkte Fahrzeuge viel effizienter und enger geparkt werden können. Dieser Vorteil ist auch absolut wichtig, da die Investition in Systeme, die das automatische Einparken per App ermöglichen, sechsstellig werden können.

Autonomes Fahren in Düsseldorf: Video


Bei den Tests auf der neuen Teststrecke für autonomes Fahren in Düsseldorf beteiligt sich auch die Rheinbahn mit 16 Fahrzeugen. Hier soll den Busfahrern schon vorher angezeigt werden, wann die nächste Ampel auf grün oder rot schaltet.

Auswirkungen auf die Stadt der Zukunft

Das autonome Fahren wird das Stadtbild in Zukunft wesentlich verändern. Welche Auswirkungen das hat, zeigt die Studie „AVENUE21 – Autonomer Verkehr: Entwicklungen des urbanen Europa“. Das Auto wird zunehmend zum Alltagsbegleiter und technologischen Freund. Wie das aussen könnte, haben wir die letzten Tage in unserem Instagram-Kanal gezeigt. Während die Fahrt ganz von allein funktioniert, bietet das Fahrzeug technische Dienste wie Reiseempfehlungen, Stadtinformationen und weitere Möglichkeiten an, die den Innensassen von Bedeutung sein können. Bevor Autos jedoch komplett autonom durch die Innenstadt flitzen, gilt es bereits verfügbare Dienste wie Busse, Straßenbahnen, Taxis, E-Bikes und Co effizienter und intelligenter miteinander zu verknüpfen.

Finnland nutzt bereits vorhandene Beförderungsangebote effizienter

Dazu lohnt sich der Blick nach Finnland. Wer hier vom Flughafen in die Stadt möchte, der benötigt lediglich eine App. Als Plattform dient dazu der „Mobility as a Service“-Dienst. Je nach Wunsch (günstigste Strecke, schnellste Strecke etc.) findet die App das passende Angebot heraus. Was einige Apps hierzulande vielleicht schon abgespeckt können, ist in Finnland wesentlich vorangeschrittener.

WHIM App ermöglicht einfache Fortbewegung per Bike in Finnland

So arbeitet die App auch während der Fahrt weiter und kann auf Verkehrsbehinderungen reagieren. per Nachricht bekommt der Nutzer dann eine Alternativroute vorgeschlagen. Oder aber die App sagt: „Sie können doch noch zwei Haltestellen weiter mit der 9 fahren“. Bezahlt wird ebenfalls über die App. ziemlich praktisch ist dann auch das Monatsabo für 49 Euro. Inkludiert sind der Öffentliche Nahverkehr und Leihfahrräder. Diese können so oft wie gewollt genutzt werden. Für Taxifahrten zahlt man mit dem Abo nur 10 Euro im Umkreis von 5 Kilometern. Das komplette Paket beinhaltet noch Mietwagen und auch Taxis und kostet dann jedoch 500 Euro. Mit diesem Abo soll man den Betreibern zufolge komplett auf ein eigenes Auto in Finnland verzichten können. Prima!

WHIM im Video erklärt

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