Kommentar. Das autonome Fahren schwirrt schon seit vielen Jahren als spannendes Thema durch die Medien, doch bislang hat sich diese Technik in der Praxis noch nicht durchgesetzt. Leider kam es bereits zu teilweise verheerenden Unfällen, die natürlich eine gewisse abschreckende Wirkung entfalten. Die Hersteller reagieren auf solche Katastrophen, indem sie ihre Modelle verfeinern und nur noch sehr vorsichtige Schritte nach vorn unternehmen. Doch irgendwann wird der offizielle Punkt der Massentauglichkeit erreicht sein, die Frage ist nur: Wer macht beim autonomen Fahren mit?


Von Matti BlumeEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Die ethischen Entscheidungen bleiben dir verborgen

Wie geht es dir bei dem Gedanken, dein Leben ganz der Technik anzuvertrauen? Dein Auto trifft dann die Entscheidungen, die du bislang allesamt selbst getroffen hast. Es achtet auf die anderen Verkehrsteilnehmer, passt seine Fahrweise dem Wetter an, sucht den kürzesten Weg zum Ziel. Die Programme, die im Hintergrund laufen, wirst du nicht in ihrer vollen Tiefe kennen. Auch die ethischen Entscheidungen, die ihnen zugrunde liegen, bleiben dir wahrscheinlich verborgen. Dein Wagen wird in letzter Instanz entscheiden, wie er sich bei einem drohenden Unfall verhält und welches Menschenleben er im Notfall, wenn alle Stricke reißen, rettet: dich oder den Fußgänger dort draußen.

Wahrscheinlich wird das autonome Fahren insgesamt sicherer sein als das der rein menschengesteuerte Straßenverkehr, doch gerade dort, wo sich Mensch (oder Tier) und Maschine die Strecke teilen, wird es weiterhin Reibungspunkte geben. Bringst du das Vertrauen auf, dass dein Wagen dich beschützt?


Die Chinesen freuen sich meisten aufs autonome Fahren

Umfragen haben ergeben, dass, je nach Fragestellung, 17 bis 49 % in ein autonomes Auto einsteigen würden – also eine mehr oder weniger große Minderheit. Die Amerikaner, Franzosen, Deutschen und Japaner sind besonders skeptisch, während sich die Chinesen auf die neue Technologie freuen. Prognosen besagen, dass etwa 2035 jede dritte Fahrt im städtischen Bereich mit einem autonomen Fahrzeug erfolgt: Wird sich bis dahin das Technikvertrauen steigern? Und hast du überhaupt Lust dazu, dir die Verantwortung (und vielleicht auch den Fahrspaß) nehmen zu lassen?

Quelle: 1e0.community

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3 Kommentare

  1. Robin

    18. November 2019 at 08:40

    Ich steig ja auch zu anderen Menschen in ein Fahrzeug, also warum nicht auch zu einem Roboter. Bei einem Roboter weiß ich wenigstens, dass er sich an die Verkehrsregeln hält. Viel wichtiger wäre mir, dass die Killermaschinen a.k.a. menschlichen Fahrer ohne Unrechtsbewusstsein von den Straßen verschwinden, denn die produzieren die meisten Unfälle. Ob dann der Roboter letztlich das Leben des Fußgängers oder der Insassen schützt, bleibt egal, da man ohne die Rücksichts-Bonsais auf der Straße sowieso nicht in solch eine Entscheidungssituation kommt.

  2. Olaf Barheine

    18. November 2019 at 14:35

    Sorry, bin Informatiker, ich würde niemals einem Computer mein Leben anvertrauen; es sei denn, ich kann jederzeit die Kontrolle übernehmen.

  3. Westernsoft

    19. November 2019 at 09:45

    Da das Fahren in autonomen System sicherer sein wird als mit menschlichen Fahrern, gibt es für mich rational keinen Grund dort nicht mitzufahren.
    Ein Restrisiko wird bleiben – wie das Leben an sich immer mit dem Tod endet. Die moralischen Dilemmata gibt es auch bei menschlichen Fahrer oder wenn ich selbst am Steuer bin, die „eingesparten“ Toten sind es alle mal wert.

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