Lange Zeit war das Verhältnis der deutschen Autobauer eher von einem gewissen Konkurrenzdenken geprägt. BMW und Mercedes beispielsweise wetteiferten stets um den Titel des Premiumanbieters mit den meisten verkauften Fahrzeugen. Sieht man einmal von Opel ab, waren die deutschen Autobauer auch jeder für sich sehr erfolgreich. Doch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stehen im Automobilsektor zwei umwälzende Veränderungen an: Das Ende des klassischen Verbrennungsmotors und die Einführung des autonomen Fahrens. Solche gewaltigen Umbrüche haben in der Regel zwei Dinge zur Folge:


1. Es werden erhebliche Investitionen notwendig. Diese Ausgaben im Bereich von Forschung und Entwicklung rentieren sich aber teilweise erst viele Jahre später.

2. Weil es sich um neuartige Technologie handelt, sinkt die Eintrittsbarriere für neue Unternehmen. Die Konkurrenz vergrößert sich also.


Der neue Audi A8 macht einen wichtigen Schritt hin zum komplett autonomen Fahren. Foto: Audi AG

In fünf Jahren profitieren die ersten Kunden

Im Bereich des autonomen Fahrens wird der letzte Punkt besonders gut sichtbar. Denn hier forschen und testen zahlreiche Unternehmen, die eigentlich gar nichts mit dem Autobau zu tun haben: Von Google über Apple und Yandex bis hin zu Uber und Lyft. Für die etablierten Hersteller könnte dies langfristig zum Problem werden. Drei deutsche Premiummarken haben darauf inzwischen reagiert und eine Kooperation vereinbart: Daimler, BMW und Audi wollen gemeinsam an Lösungen für Fahrassistenzsysteme, hochautomatisiertes Fahren auf der Autobahn und Parkassistenten arbeiten. Vollständig autonom fahren die Autos allerdings auch dann noch nicht. Denn die Zusammenarbeit beschränkt sich zunächst auf Funktionen bis SAE-Level 4. Einen Zeitplan gibt es auch bereits: Ab dem Jahr 2024 sollen die ersten gemeinsam entwickelten Technologien auch in die Serienproduktion integriert werden.

Die Forschungsarbeit kann auf mehr Schultern verteilt werden

Dass die deutschen Autobauer in diesem Punkt auf Kooperation statt Konkurrenz setzen, ist für viele Branchenbeobachter keine Überraschung. Denn eine solche Zusammenarbeit bringt zwei große Vorteile mit sich:

1. Die Investitionskosten können auf mehrere Schultern verteilt werden. Dies entlastet die angespannten Budgets.

2. Durch die Bündelung von Expertise ist schneller mit wichtigen Durchbrüchen zu rechnen.

Weil auf dem Markt zudem schon viele neue Akteure aktiv sind, dürften auch die Wettbewerbsbehörden der Kooperation nicht all zu negativ gegenüber stehen. Ursprünglich hatten zunächst nur BMW und Daimler eine Kooperation bekannt gegeben. Nun stößt auch Audi dazu. Die Partner betonen zudem, dass die Zusammenarbeit offen ist für weitere Unternehmen. Vollständig automatisierte Fahrzeuge ohne Lenkrad wird man allerdings nicht entwickeln. Denn in diesem Bereich kooperiert der VW-Konzern mit Ford.

Via: Wiwo

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.