Der Tesla Autopilot macht immer wieder weltweit Schlagzeilen. Teilweise negative, oftmals aber auch positive. In die Kritik geriet die Funktion unter anderem, als ein Tesla-Fahrer unter einen LKW raste, weil die Technik dessen Plane für ein Verkehrsschild hielt. Die staatlichen Behörden sprachen Tesla später allerdings von jeder Schuld frei. Denn das Unternehmen bezeichnet die Technologie zwar als Autopilot – der Fahrer muss aber auch weiterhin aufmerksam bleiben und im Zweifelsfall eingreifen. Dies ist aber immer seltener notwendig. Im vergangenen Jahr kündigte Tesla-Chef Elon Musk zudem eine neue Version des Autopiloten an, der das fast vollständig autonome Fahren erlaubt. Seitdem allerdings haben vier hochrangige Manager und rund ein Dutzend an dem Projekt beteiligte Entwickler die Firma unter Protest verlassen. Andere Ingenieure warnen immer wieder vor den Gefahren einer zu schnellen Umsetzung der technischen Möglichkeiten.


Tesla Model X
Tesla Model X: Das Vorzeige-Elektroauto verfügt bereits heute über einen „Autopiloten“

Der Fahrer wird lange nicht benötigt – und muss dann sofort konzentriert sein

Wie das Wall Street Journal berichtet, ist sogar von einer Gefahr für Menschenleben die Rede. Was aber meinen die Kritiker? Immerhin wurden die Fahrassistenzsysteme ja entwickelt, um den Fahrer zu unterstützen und Unfälle zu vermeiden. Inzwischen ist die Technik aber so gut, dass der menschliche Fahrer die meiste Zeit überhaupt nicht mehr benötigt wird. Der Autopilot ist aber noch nicht so weit, vollständig alleine zu reagieren – der Mensch muss noch immer in bestimmten Situationen eingreifen. Genau das wird aber zum Problem: Denn es ist extrem schwierig die ganze Zeit beschäftigungslos zu sein, nur um dann sofort hochkonzentriert wieder die Kontrolle zu übernehmen. Es ist die selbe Problematik, von der Oliver Kahn früher als Bayern-Torwart berichtet hat.

Viele Verantwortliche halten das Produkt für nicht ausgereift

Studien von Ford beispielsweise haben gezeigt, dass die kaum noch benötigten Fahrer überdurchschnittlich oft einschlafen – und dann im Zweifel natürlich nicht sofort eingreifen können. Die Kritik der Tesla Entwickler geht daher in zwei Richtungen: Zum einen wird mit unrealistischen Reaktionszeiten des menschlichen Fahrers kalkuliert. Hinzu kommt, dass Mechanismen fehlen, um die Konzentration des Fahrers wach zu halten. Die neue Generation des Tesla Autopiloten mag also aus rein technischer Sicht eine enorme Weiterentwicklung darstellen. Viele der verantwortlichen Personen halten das Produkt aber noch nicht für ausgereift genug, um sofort implementiert zu werden. Bisher hält Elon Musk aber an seinen ehrgeizigen Plänen fest.


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1 Kommentar

  1. Jukka Rinne

    28. August 2017 at 10:39

    Das alles ist relevant. Dazu kommen noch die schwierige Wetterbedingungen, unsichtbaren Strassenmarkeirungen, schneebedekten Sensoren und Kameras usw. Also solche herausfordende Bedingungen, wo die selbstfarenden Autos den Fahrer brauchen – und wo der Fahrer auch erfordert wird, weil die Bedingungen schwierig sind. Wie konnen wir als Fahrer die Bedingungen meistern, wenn wir weniger und weniger Übung machen und Erfahrungen als Autofahrer sammeln – währen das Auto meistens selbständig fährt?

    Technisch ist vieles machbar, es sollte aber mehr beachtet werden, dass wir Menschen auch mitspielen sollten können – und genau da gibt es viele unbeantwortete und wenig überlegte Fragen.

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