Dänemarks Straßen sollen künftig pausenlos auf ihren Zustand überprüft werden. Jedes Fahrzeug, ob es privat ist, einer Behörde oder einem Unternehmen gehört, wird die benötigten Daten sammeln. Die Sensoren sind in modernen Autos schon vorhanden, etwa das Antiblockiersystem. Es kann Unterschiede beim Straßenbelag spüren. Oder Beschleunigungsmesser, die (beginnende) Schlaglöcher aufspüren. Die Idee für dieses Projekt hatten Eyal Levenberg, Assistenzprofessor an der Dänischen Technischen Universität (DTU) in Lyngby, und sein Doktorand Asmus Skar. Ziel ist es, beginnende Schäden frühzeitig zu erkennen, um die jeweiligen Abschnitte zu sanieren, ehe schwere und damit teure Schäden entstehen.


By Rl91 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Sensordaten müssen eindeutig interpretiert werden

Nun sind die Sensoren nicht dazu ausgelegt, um die Daten zu sammeln und aufzubereiten, die die beiden dänischen Wissenschaftler benötigen. In einer ersten Stufe stellen sie einen Zusammenhang beispielsweise zwischen einer Bodenwelle und den Signalen, die die Sensoren an Bord des Autos liefern. Hier gilt es, eindeutige Zusammenhänge zu erkennen. Das Projekt „Live Road Assessment“ wird vom staatlichen Innovation Fund Denmark mit umgerechnet 1,2 Millionen Euro gefördert.

Das Geld könnte gut angelegt sein. Es erspart beispielsweise Messfahrten, bei denen der Zustand von Straßen dokumentiert wird. Diese finden naturgemäß in größeren Abständen statt. In der Zwischenzeit können sich bereits Schlaglöcher gebildet haben, die umfassende Reparaturen erfordern. Die entscheidenden Einsparungen werden durch frühzeitige Sanierungsmaßnahmen erreicht. Auch volkswirtschaftlich hat das Verfahren Vorteile, denn es schont die Fahrzeuge der Dänen und auch der Gäste, die das Land besuchen.


GPS liefert die Standorte der Schäden

Die erfassten Daten werden, kombiniert mit den aktuellen Standorten – die liefert der GPS-Empfänger an Bord –, per Funk an eine Zentrale geliefert. Der dort stehende Rechner wertet die Daten aus und liefert Karten, auf denen alle Schäden dokumentiert sind. Das Auswerteproramm müssen Levenberg und Skar noch entwickeln. Es muss auch Wetterdaten berücksichtigen, die die Sensordaten beeinflussen, und die individuell unterschiedlichen Fahrweisen.

Die Nutzung der GPS-Daten könnte allerdings Probleme bereiten, wenn sie nicht gegen Unbefugte abgesichert werden. Prinzipiell wäre es möglich, von jedem Fahrzeug ein Bewegungsprofil zu erstellen. Dänen dürften davor allerdings weniger Angst haben als etwa Deutsche, die gleich den Datenschutz in Feld führen würden.

via DTU

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