Das Kaufhaus Mitsukoshi Nihonbashi existiert bereits seit dem Jahr 1904. Auch diese lange Tradition verhindert aber nicht, dass bestimmte Entwicklungen den Einzelhandel unter Druck setzen. So ist in Japan der Online-Handel in den letzten Jahren stark gewachsen. Erschwerend hinzu kommt zudem, dass die Bevölkerung des Landes schrumpft. Aktuell gehen den Händlern so jedes Jahr rund 300.000 potentielle Kunden verloren. Das traditionsreiche Kaufhaus setzt daher nun auf modernste Technik. In Zusammenarbeit mit der Fluglinie ANA wurden in den Gängen Roboter platziert. Die Besonderheit: Kunden können sich von zu Hause aus in das Gerät einwählen. Auf einem Bildschirm erscheint dann ihr Gesicht und sie können den Roboter durch die Gänge fahren lassen und sogar mit den Verkäufern interagieren.


Bild: Kakidai [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Zukünftig sollen 1.000 Einkaufs-Roboter unterwegs sein

Im Idealfall wird dem Kunden so die perfekte Mischung zwischen einem persönlichen Einkauf und dem Online-Handel geboten. Damit verbunden ist die Hoffnung, wieder mehr Umsätze in die stationären Läden zu verlagern. Zahlreiche Kaufhäuser haben daher schon ein grundsätzliches Interesse an der Technologie signalisiert. Getestet werden die Roboter aktuell aber nur im Kaufhaus Mitsukoshi Nihonbashi. Für die Zukunft hat man bei ANA aber große Pläne. So sollen insgesamt 1.000 dieser physischen Avatare in die Welt gesetzt werden. Bis zu den Olympischen Spielen im nächsten Jahr soll sich die Zahl der Geschäfte, in denen auf diese Weise eingekauft werden kann, zudem bereits stark erhöht haben. Zunächst einmal wird sich nun aber zeigen müssen, ob die Roboter im anstehenden Weihnachtsgeschäft tatsächlich regelmäßig genutzt werden.

Japan setzt immer wieder Trends beim Einsatz von Robotern

Auch der deutsche Einzelhandel setzt teilweise bereits auf Roboter. Allerdings auf deutlich konventionellere Art und Weise. So können sich Kunden in einigen Media-Markt-Filialen von einem Roboter namens Paul den Weg zum eigenen Wunschprodukt zeigen lassen. In Düsseldorf testete das Unternehmen zudem bereits die automatisierte Auslieferung von Kundenbestellungen. Beide Projekte befinden sich allerdings noch in der Test- und Evaluierungsphase und wurden noch nicht flächendeckend ausgerollt. Japan gilt allerdings auch allgemein als Land mit einer sehr hohen Affinität zu Robotern – etwa im Pflegebereich. Von daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Innovationen dort zuerst getestet werden. Sollten sich dadurch die Umsätze tatsächlich stark steigern lassen, dürften deutsche Händler bald nachziehen.


Via: Handelsblatt

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