Der Bielefelder Unternehmer Lasse Rheingans ging im Jahr 2017 ein großes Wagnis ein, das sich mittlerweile richtig auszahlt: Er führte in seiner Firma den 5-Stunden-Tag bei vollem Lohnausgleich ein. Nicht nur die positiven Erfahrungen geben ihm Recht, sondern auch das Netzwerk Xing mit seinem »New Work Award«.


Die Konzentration ist bei 5 Stunden größer

Auf der Homepage des Unternehmens Rheingans Digital Enabler wird der digitale Wandel als »größter Umbruch seit der industriellen Revolution« bezeichnet. Die »Arbeitswelt 4.0« verlange »ein Umdenken«, darum geht Rheingans einen großen Schritt voran und gönnt seinen Mitarbeitern deutlich verkürzte Arbeitszeiten, ohne dass diese finanzielle Einbußen haben oder auf Urlaubstage verzichten müssen. Zuerst waren die Kollegen zwar erfreut, aber auch ein wenig skeptisch, doch inzwischen läuft alles wie geschmiert. An den kompakten Arbeitstagen ist die Konzentration deutlich größer, und die langen Erholungszeiten verleihen den Digital-Spezialisten richtig viel Power. Außerdem handelt es sich um eine kreative Tätigkeit, die Köpfe arbeiten auch in der Freizeit weiter und dabei tauchen wie aus dem Nichts die besten Ideen auf.


Rheingans überflügelte hochkarätige Konkurrenz

Nun nahm Lasse Rheingans den »New Work Award« des Firmennetzwerkes Xing in der Hamburger Elbphilharmonie entgegen. Er belegte als Unternehmer des Jahres den ersten Platz, weil 30.000 Teilnehmer in einer Abstimmung für ihn gevotet haben. Vorher traf eine namhafte Jury eine Vorauswahl, die es in sich hatte. Als Konkurrenten traten Schwergewichte wie Alnatura und Wohnwagon an – ehemalige Award-Gewinner sind Robert Bosch, MAN und Cisco Systems. Rheingans gesellt sich also zu einer hochkarätigen Runde, und der Sieg scheint verdient. Xing äußert sich auf der hauseigenen Plattform folgendermaßen: Lasse Rheingans liefere den Beweis dafür, dass der 5-Stunden-Tag durchaus für »höhere Effektivität sorgt, weil in der reduzierten Arbeitszeit konzentrierter gearbeitet werde«. Der Unternehmer selbst freut sich darüber, dass seine Mitarbeiter ihr Privat- und Arbeitsleben nun besser unter einen Hut bringen können und trotzdem dieselbe Leistung liefern wie vormals in acht Stunden.

Dieser Deal klappt natürlich nicht in jedem Job, viele Arbeitnehmer müssen einfach die volle Stundenzahl vor Ort sein. In Kreativ-Branchen jedoch lässt sich das Konzept besonders leicht integrieren, vielleicht verbreitet es sich dort demnächst wie ein Lauffeuer.

Hier berichtet 3sat über das 5-Stunden-Projekt
Quelle: nrw.de

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

2 Kommentare

  1. eisvogel

    23. März 2019 at 17:27

    Das ist ja wieder mal klar!
    Jene, die ohnehin nur vor ihren Schreibtischen rum sitzen, Tasten drücken, und nur zum Kaffee holen aufstehen müssen, sollen das noch weniger machen, weil die sind ja sowas von ausgeschunden…
    Da ist ja jeder blöd, der noch eine körperliche Arbeit macht, wenn man doch einen Schreibtisch- Job haben kann?

  2. Björn

    28. März 2019 at 09:19

    Da spricht doch wohl nicht der Neid?

    Wie geschrieben steht und auch im Video gesagt wurde geht es hier um einen kreativen Job, ob der Beschäftigte will oder nicht, der Kopf ist weiterhin dabei. Allerdings kommen die besten Ideen während der Freizeit.
    Hier ist nicht das Thema der fairen Bezahlung angesprochen worden, dass körperlich anstrengende Arbeiten, die ab 50 Jahren nicht mehr oder nur schwerlich ausgeführt werden können zu schlecht bezahlt werden ist klar und ein anderes Thema.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.