Air-France-Chefin Anne Rigail gibt sich weitgehend unbeeindruckt von der vor allem in Schweden populären Bewegung der Flugscham. Zwar habe es auch bei den Flügen der französischen Airline Einbußen gegeben. Diese seien aber so gering, dass sie sich nicht auf eine konkrete Ursache zurückführen ließen, so die Firmenchefin. Den Investoren soll damit signalisiert werden: Das Geschäftsmodell der Fluglinie funktioniert weiterhin. Gleichzeitig aber kündigte Rigail in einem Interview mit der Tageszeitung „Le Parisien“ an, ab dem nächsten Jahr die durch Inlandsflüge verursachten Emissionen vollständig ausgleichen zu wollen. Dafür sollen mehrere Millionen Euro in Projekte zur Aufforstung, zum Schutz von Wäldern und zur Förderung der Energiewende investiert werden.


Bild: Kentaro Iemoto from Tokyo, Japan [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]

Die Regierung setzt auf eine Ökosteuer für Flugtickets

Der Ausgleich geschieht auf rein freiwilliger Basis und wurde nicht durch den Gesetzgeber vorgegeben. Dieser hat stattdessen die Einführung einer Ökosteuer auf alle in Frankreich verkauften Flugtickets beschlossen. Je nach Dauer des Flugs und der gebuchten Kategorie müssen daher zukünftig zwischen 1,50 Euro und 18 Euro pro Ticket an den Staat abgeführt werden. Mit den geplanten Einnahmen in Höhe von 180 Millionen Euro soll dann vor allem der Bahnverkehr gefördert werden. Dass Air France zusätzlich noch Geld für den Ausgleich der Emissionen auf Inlandsflügen in die Hand nehmen will, zeigt: Die Diskussionen um die Klimaschädlichkeit des Fliegens bereits den Managern der Airline doch mehr Sorgen, als sie manchmal zugeben wollen.

Die Airlines erproben aktuell verschiedene Ansätze

Umwelt- und Klimaschützer verweisen allerdings bereits seit langem darauf, dass der Ausgleich von Emissionen auch keine perfekte Lösung ist. In erster Linie müsse es darum gehen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, so ihr Mantra. Nur wenn da bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sei es sinnvoll, die noch vorhanden Emissionen auszugleichen. Klar ist aber auch: Der Ausgleich des eigenen CO2-Ausstoßes ist zumindest besser als gar nichts zu tun. Es bleibt daher abzuwarten, ob andere Airlines zukünftig dem Beispiel von Air France folgen werden. Die Lufthansa setzt in diesem Punkt bisher auf eine freiwillige Option im Rahmen des Buchungsprozesses. Die Kosten für den Klima-Ausgleich muss dabei allerdings der Kunde selbst übernehmen.


Via: Phys.org

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