Mit der Unterstützung britischer Forscher konnten Ärzte, nach einer erfolgreichen Transplantation von Nervenzellen aus der Nase in das Rückrat, einen gelähmten Menschen heilen. Der Bulgare Darek Fidyka hat nach der beeindruckenden OP ein neues Leben geschenkt bekommen. Nach einer Messer-Attacke vor vier Jahren, wurde das Rückenmark des Bulgaren durchtrennt. Fortan war Darek Fidyka von der Brust abwärts gelähmt. Nun kann der Mann wieder laufen und die zweite Hälfte seines Körpers vollends spüren.


Neue Zelltherapie macht Lähmungen wieder rückgängig

Der Erfolg der Wissenschaftler und Mediziner ist wegweisend für die zukünftige Behandlung gelähmter Menschen. Dank einer neuartigen Zelltherapie haben die Wissenschaftler eine Möglichkeit gefunden eine Brücke zwischen dem verletzten Rückenmark „bauen“ zu können und somit Nervenzellen wieder wachsen zu lassen. Dafür wurden bei der Behandlung von Darek Fidyka Nervenzellen aus der Nase entfernt und in das verletzte Rückenmark transplantiert. Bei den Nervenzellen handelte es sich um Zellen (olfaktorische Hüllzellen), die für den Geruchssinn zuständig sind. Mehr als 100 Mikro-Injektionen der olfaktorische Hüllzellen wurden dabei gesetzt. Als Resultat kam es zu einem Verbund und einer anschließenden Regeneration der Nervenzellen im Rückenmark.


Die neuen Nervenzellen wuchsen nicht nur, sondern nahmen auch wieder ihre Funktionen auf. Geoff Raisman vom Neurologie-Institut des Londoner University College ist von dem positiven Verlauf der neuen Behandlungsmethode überwältigt. Er bezeichnet den Punkt der Zellanreicherung genau als den Augenblick, bei dem die Lähmung wieder rückgängig gemacht werden kann.

Gegenüber der britischen BBC berichtet Fidyka von einem völlig neuen Lebensgefühl. Er beschrieb in einem Interview den Moment als das Gefühl wieder langsam zurück kam als gigantisch und vergleicht es mit einer Wiedergeburt. Für Fidyka beginnt das Leben ab sofort wieder von vorn. Er ist nicht mehr länger in seiner Mobilität eingeschränkt. Zudem kann der Ungar auch wieder ein normales Sexualleben führen.

Was im ersten Moment so simpel klingt, hat Jahrzehnte gedauert bis die Transplantation von Nervenzellen erfolgreich zur Regeneration von verletztem Rückenmark erfolgreich durchgeführt werden konnte. Jüngste Erfolge wurden bereits Ende September verzeichnet. So konnten Forscher von der École Polytechnique Fédérale in Lausanne (Schweiz) einer gelähmten Maus mit der Hilfe eines Rückenmark-Implantats wieder laufen lassen. Trotz einer Querschnittslähmung konnte die Maus 1000 Schritte laufen und auch wieder balancieren.

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