Freilebende Lemuren gibt es einzig und allein auf Madagaskar, und dort sind mittlerweile etwa 94 % der 111 Gattungen und Untergattungen vom Aussterben bedroht. Damit gelten die possierlichen Tiere nun als die am stärksten gefährdeten Primaten der Erde!


Lemuren sind äußerst gesellige Tiere / Foto: Yvonne Salmen

Lemuren landen immer öfter auf dem Teller

Unter allen Lemurengruppen gibt es nur noch sechs, die nicht bald schon vom Erdboden verschwinden werden – so ist es der Roten Liste der gefährdeten Arten zu entnehmen. Die Umweltschutzorganisation »Primate Specialist Group« macht nun speziell auf diesen erschreckenden Missstand aufmerksam, sie hat die aktuelle Gefährdungslage genauer analysiert. Gleich zwei Faktoren tragen die Hauptschuld an der starken Reduzierung des Bestandes: Zuerst einmal engen sich die Lebensräume der Lemuren immer mehr ein – und die Wilderei erledigt den Rest. Professor Christoph Schweitzer von der »Bristol Zoological Society« erklärte in einem Interview mit BBC News, dass die wendigen Primaten in Madagaskar immer öfter auf dem Teller landen. Nicht nur private illegale Jäger sind unterwegs, auch Restaurants schicken ihre Wilderer ins Rennen. Noch vor 15 Jahren war diese extreme Entwicklung gar nicht absehbar.

Lemuren-Action-Plan fand über die Medien schnelle Verbreitung

Schweitzer gibt sich jedoch optimistisch, was die Zukunft der Lemuren betrifft, denn er ist der Meinung, dass genügend mediale Aufmerksamkeit die Tierchen retten wird. Seine Organisation hat bereits eine Lemuren Action-Plan veröffentlicht, der recht schnell Verbreitung fand. Die Resonanz: ein erhöhtes Spendenaufkommen. Die von besonders vielen Lemuren bewohnten Gebiete konnten so jetzt schon einen besseren Schutz erhalten, nun möchte man noch den Ökotourismus weiter vorantreiben und die Menschen vor Ort an den Gewinnen teilhaben lassen. Denn wenn die Armut zum Erliegen kommt, so die Theorie, werden die Wildereraktivitäten automatisch nachlassen. Mediale Präsenz dient natürlich auch dazu, die Menschen insgesamt für dieses Thema zu sensibilisieren, sodass sich hoffentlich bald schon weniger Appetit auf Lemurenfleisch einstellt.


Wie dem auch sei: Lassen wir nicht zu, dass diese Tiere still und leise vom Erdball verschwinden!

Quelle: inhabitant.com

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