Im Frühjahr kostete ein Kilogramm gewürztes Schweinefleisch deutschlandweit im Durchschnitt 7,19 Euro. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einer minimalen Steigerung in Höhe von 5 Cent. Geht es nach dem Deutschen Bauernverband dürften auf die Verbraucher in Zukunft allerdings Preiserhöhungen in ganz anderen Dimensionen zukommen. Der Grund dafür ist grundsätzlich erfreulich: Es wurden neue – und strengere – Vorgaben in Sachen Tierschutz erlassen. So dürfen Ferkel zukünftig nur noch unter Narkose kastriert werden und für die Säue muss deutlich mehr Platz geschaffen werden. Wer schon einmal in einem Schweinestall für Massentierhaltung zu Besuch war, dürfte vor allem für den letzten Punkt großes Verständnis aufbringen. Klar ist aber auch: Für die Schweinezüchter entstehen dadurch zusätzliche Kosten.


Der Preis ist noch immer für viele Fleischkäufer entscheidend

Der Deutsche Bauernverband schätzt, dass sich die Preise für den Endverbraucher in etwa verdoppeln müssen, damit die Betriebe weiterhin ausreichend Einnahmen generieren können. Allerdings handelt es sich bei dem Verband natürlich um eine Interessensvertretung. Die genannten Zahlen müssen daher mit Vorsicht genossen werden. Auch Tierschützer bestätigen allerdings, dass sich die Kosten für die Haltung der Tiere durch die neuen Vorschriften deutlich erhöhen werden. Auch sie sind daher der Meinung, dass die Preise in den Supermärkten stark angehoben werden müssen. Hier kommt dann allerdings das Paradoxon des deutschen Endverbrauchers ins Spiel: Dieser spricht sich zwar in der Theorie für mehr Tierschutz aus – ist aber zu selten bereit, dafür auch tiefer in die Tasche zu greifen.


Premiumprodukte für mehr Tierwohl sind ein Nischenmarkt

Denn bereits in der Vergangenheit haben zahlreiche Firmen und Supermarktketten Produkte entwickelt, die den Fokus besonders auf das Tierwohl legen. Dieser Bereich ist bisher aber nur eine kleine Nische geblieben. Werner Schwarz, Vizepräsident des Bauernverbands, benennt diese Problematik auch ganz eindeutig: Die Menschen würden sich die freilaufende Sau unter dem Apfelbaum wünschen, wären aber nicht bereit, dafür auch mehr Geld auf den Tisch zu legen, so der Funktionär. Nun könnten sie durch den Gesetzgeber gewissermaßen dazu gezwungen werden. Unklar ist allerdings noch, um wie viel teurer das Fleisch tatsächlich werden wird. Die Supermärkte dürften bemüht sein, die Steigerungen für den Endverbraucher in Grenzen zu halten – und daher mit harten Bandagen verhandeln.

Via: ntv

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