Vor kurzem ist eine chinesische Raumsonde erstmals auf der Rückseite des Mondes gelandet. Dies geschah nicht nur aus Prestigegründen, sondern auch um dort Forschungsarbeiten durchzuführen. Eines der mitgeführten Experimente führte nun zu einer Premiere: Erstmals haben Forscher auf dem Mond eine Pflanze wachsen lassen. Konkret handelte es sich um einen Baumwollsamen in einer Art künstlichem Gewächshaus, in dem sich Wasser, Erde und Luft befanden. Die Temperatur wurde zudem automatisch kontrolliert und angepasst. Lediglich die für das Wachstum benötigte Sonnenstrahlung musste von außen zugeführt werden. Grundsätzlich ist dies kein Problem: Die von der Erde abgewandte Seite des Mondes erhält genauso viel Sonnenstrahlung wie die sichtbare Seite. Allerdings setzte nun eine mehrere Erdtage andauernde Mondnacht mit Temperaturen von bis zu minus 170 Grad Celsius ein.


Mond
Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Andere mitgeführte Samen sind nicht aufgegangen

Die Raumsonde wurde für diesen Zeitraum in eine Art Ruhemodus geschaltet, sodass auch die kleine Baumwollpflanze die Zeit nicht überleben wird. Ohnehin war das Experiment nur teilweise erfolgreich. Denn eigentlich befanden sich in dem Gewächshaus auch Kartoffel-Saatgut, Samen der Ackerschmalwand, Eier von Seidenwürmern sowie Hefepilze. Auf den zur Erde geschickten Bildern der dazugehörigen Kameras ist allerdings zu sehen, dass lediglich der Baumwollsamen aufgegangen ist. Warum dies so war, lässt sich aktuell noch nicht mit Sicherheit sagen. Die Antwort darauf dürfte aber von enormer Bedeutung sein. Denn langfristig ist geplant, dass sich eine dauerhafte bemannte Mondmission selbstständig mit Gemüse versorgt. Das nun von der Universität Chongqing durchgeführte Experiment soll dafür wichtige Erfahrungswerte liefern.

Die langen Mondnächte könnten zum Problem werden

Grundsätzlich wurden im Weltall auch schon einmal Pflanzen angebaut. Erstmals gelang dies 1982 auf der sowjetischen Raumstation Saljut 7. Inzwischen haben die Astronauten auf der internationalen Raumstation ISS zudem Gemüse angebaut und vor Ort verspeist. Auf dem Mond fanden solche Projekte bisher allerdings noch nicht statt. Dort gestalten sich die Bedingungen grundsätzlich besonders schwierig. Denn die Nächte sind – wie bereits erwähnt – sehr kalt und lang. Es stellt sich die Frage, wie in dieser Zeit für ausreichend Sonnenlicht und die richtige Temperatur gesorgt werden kann. Um Erfahrungswerte für den Anbau von Pflanzen auf langen Weltraummissionen zu sammeln, werden zudem auch auf der Erde entsprechende Simulationen durchgeführt. So steht etwa in der Antarktis ein entsprechendes Gewächshaus namens Eden-ISS.


Via: CNN

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