Es liest sich wie eine Art Branchenverzeichnis der großen Nutzfahrzeughersteller: MAN, Daimler, Volvo, Renault und Tesla. Sie alle entwickeln mit Hochdruck elektrisch angetriebene Lastwagen. Die beteiligten Ingenieure stehen unter erheblichem Druck. Denn erst vor kurzem hat die Europäische Union eine drastische Verschärfung der CO2-Grenzwerte beschlossen. Demnach müssen neu zugelassene Lastwagen und Busse ab dem Jahr 2030 im Schnitt stolze 30 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen als im diesen Jahr. Möglich dürfte dies wohl nur sein, wenn emissionsfreie Elektro-Lastwagen bis dahin in nennenswerter Stückzahl verkauft werden. Doch aktuell hapert es noch an einem wichtigen Punkt: Ähnlich wie lange Zeit auch bei Elektroautos fehlt es noch an flächendeckender Lade-Infrastruktur. Nur so wären aber auch Transporte über größere Distanzen mit E-LKWs möglich.


Foto: Daimler

Der Energiebedarf einer E-LKW-Flotte ist gewaltig

Der europäische Herstellerverband ACEA geht davon aus, dass in den kommenden elf Jahren insgesamt 20.000 neue Schnellladestationen mit 500 kW und 6.000 ultraschnelle Ladesäulen mit mehr als 500 kW errichtet werden müssen. Noch ist aber völlig unklar, wer diese bauen soll und wer für die Finanzierung aufkommen wird. Zumal vermutlich auch noch weitere Investitionen notwendig sein werden. Denn verglichen mit einem normalen Elektroauto hat ein E-LKW einen enormen Energiebedarf. So kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass eine voll elektrifizierte LKW-Flotte in Europa pro Jahr rund 324 Terrawattstunden Strom verbrauchen würde. Die schon bei E-Autos befürchtete Belastung für das Stromnetz wäre also noch einmal deutlich höher – was technische Anpassungen notwendig machen würde. Bisher stehen dafür aber noch keine Mittel zur Verfügung.

Diese Ideen könnten Ladestationen überflüssig machen

Allerdings gibt es bereits auch Ideen, wie die Problematik mit den Ladestationen umgangen werden könnte. So ist angedacht, bestimmte Autobahnstrecken mit Oberleitungen zu versehen. Hybrid-LKWs könnten dort dann vollständig elektrisch fahren und auf nicht ausgebauten Strecken die Batterie oder einen Verbrennungsmotor nutzen. Allerdings ist natürlich auch der Aufbau eines entsprechenden Netzes an Oberleitungen nicht ganz billig. Alternativ dazu kursieren Pläne, die den Austausch des Akkus vorsehen. Dieser Vorgang würde theoretisch nur wenige Minuten dauern, bringt aber neue Probleme mit sich. So müssen beispielsweise immer zahlreiche volle Akkus vorrätig gehalten werden, was einen hohen Ressourceneinsatz bedeutet. Abgesehen davon setzen einige Hersteller auch bereits auf Lastwagen mit Brennstoffzelle. Auch hier muss aber noch ein Netz an Wasserstoff-Tankstellen aufgebaut werden.


Via: Die Zeit

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.