Es war ein ziemlicher PR-Gau für Apple: Kurz nach der Veröffentlichung des neuen iPhone 6 tauchten Bilder von krummen Smartphones auf. Angeblich beim transportieren des Geräts in der vorderen Hosentasche, verbog sich das iPhone ungewollt und nahm eine leichte Krümmung an. Zwar versicherte Apple, dass dies bei normaler Nutzung nur extrem selten vorkomme, dennoch musste die Firma Kursverluste ihrer Aktie hinnehmen. Jetzt wurde ein Gerät erfunden, das krumme iPhones wieder gerade biegen soll. Der Markt für die so genannte PanelPressdürfte allerdings überschaubar bleiben. Innerhalb der ersten sechs Verkaufstage beschwerten sich ganze neun der mehr als zehn Millionen Käufer bei Apple über ein verbogenes Gehäuse.


Schnäppchenpreis: Knapp 300 Dollar

Der Preis der PanelPress, die von der Firma gTool entwickelt wurde und über Fachhändler vertrieben wird, ist allerdings durchaus happig: Rund 300 Dollar sollen Kunden für die Neuentwicklung bezahlen, die nichts anderes kann als verbogene iPhones zu reparieren. Besonders innovativ ist die Lösung zudem auch nicht. Das Smartphone wird in eine viereckige Kastenkonstruktion gelegt und mit Hilfe zweier Schraubstöcke an den Enden fixiert. Anschließend werden die Schraubstöcke so lange angezogen bis sich das Gehäuse wieder im Originalzustand befindet. Handwerklich begabte Apple-Kunden sind sicherlich in der Lage, eine solche Konstruktion deutlich billiger im eigenen Hobbykeller nachzubauen.


Geeignet nur für Experten

Zudem bringt die PanelPress auch einige Probleme mit sich. Niemals vergessen sollte man, vor der Reparatur die Scheibe des Bildschirms zu entfernen. Ansonsten hat man anschließend zwar wieder ein flaches Gehäuse, aber auch die bekannte „Spider-App“ auf dem Bildschirm. Zudem weist gTool ausdrücklich darauf hin, dass das Gerät nur von Experten benutzt werden sollte. Bei unsachgemäßer Benutzung könnten sonst neue Schäden am iPhone auftreten. Dies verwundert nicht, handelt es sich doch um eine rein mechanische Konstruktion, die bei zu wenig Druck wirkungslos bleibt, bei zu viel Druck allerdings auch ungewollte Folgen haben kann. Da den richtigen Mittelweg zu finden, dürfte nicht so einfach sein wie es auf den Werbevideos scheint.

Hinzu kommt, dass durch die Nutzung der PanelPress die Garantie des Geräts abläuft. Von daher wäre vermutlich die beste Lösung im Falle eines verbogenen iPhones, den Kundenservice von Apple zu kontaktieren. Die Firma gTool dürfte selbst nicht von großen Verkaufszahlen der PanelPress ausgehen, sondern wollte wohl vor allem von der medialen Aufmerksamkeit rund um die verbogenen iPhones profitieren und den eigenen Firmennamen etwas bekannter machen. Neben der PanelPress vertreibt das Unternehmen nämlich noch zahlreiche weitere – durchaus auch nützliche – Reparaturgeräte für Apple-Produkte.

Panel Press im Video

Quelle: DigitalTrends

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