Auf dem Grund des Meeres lagern große Mengen diverser Rohstoffe. Der Abbau derselben kann für die Menschheit eines Tages von großer Wichtigkeit sein – spätestens dann, wenn die Menge derzeit leicht erreichbarer Rohstoffe zur Neige geht. Das Problem an der Sache ist aber, dass der Rohstoffabbau auf dem Meeresgrund sich entsprechend schwer gestaltet. Ein prestigeträchtiges entsprechendes Projekt, das weltweit eines der ersten seiner Art sein sollte, wurde nun eingestellt.


Ozean
Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

Bergbau in 1700 Meter Tiefe

Im Rahmen des kontroversen Tiefseebergbauprojekts vor Papua-Neuguinea sollten Rohstoffe an der Metallsufid-Lagerstätte Solwara 1 abbauen, die vor der Küste Papua-Neuguineas in etwa 1700 Meter Tiefe liegt. Solwara 1 entstand durch sogenannte Schwarze Raucher und weist ein großes Vorkommen von Kupfer, Zink, Silber und Gold auf. Betrieben wurde das Projekt von dem kanadisch-australischen Unternehmen Nautilus Minerals Inc. in Kooperation mit der Regierung Papua-Neuguineas.

Bei dem Projekt handelte es isch um den weltweit ersten Versuch, eine derartige Lagerstätte abzubauen. Es gab umfassende Kritik gegen das Vorhaben. So seien die Schwarzen Raucher einer der am dichtesten besiedelten Lebensräume in der Tiefsee, so Kritiker. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Meeresboden im Rahmen des Abbaus nachhaltig beschädigt werden. Befürworter des Projekts verwiesen dagegen darauf, dass durch den hohen Erzgehalt des Bodens im Vergleich zu herkömmlichen Abbaustätten nur wenig Gestein abgebaut werden müsse. Nautilus ist seit 2006 bemüht, die Lagerstätte Solwara 1 auszubeuten. Zu diesem Zweck wurden bereits drei Unterwasser-Schürfroboter gebaut.


Projekt scheitert an Geldmangel

Das Projekt wurde von der Regierung Papua-Neuguineas mit 100 Millionen Euro gefördert. Dennoch ist Nautilus bereits seit Ende 2018 zahlungsunfähig. Der Geldmangel gilt auch als einer der Hauptgründe, warum Ministerpräsident James Marape das Projekt nun für „endgültig gescheitert“ erklärte.

Nach dem Scheitern des Abbaus werden in der Region Rufe laut, die ein Moratorium – also ein Aussetzen – des unterseeischen Bergbaus fordern. Die Regierungschefs von Vanuatu und Fidschi fordern ein Aussetzen der Bergbaupläne bis 2030. Beide Länder verfügen ebenfalls über größere Mengen unterseeischer Rohstoffe.

Lokale Aktivisten befürchten allerdings, dass nun andere Unternehmen angelockt werden, die das Material des Projekts aufkaufen und für andere Lagerstätten Lizenzen erwerben, um es ihrerseits zu versuchen. Der Vorschlag eines Moratoriums trifft daher auf offene Ohren. Bisher gibt es kaum rechtliche Regelungen, was den Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee angeht. Bis sich dies ändert, wäre es vielleicht nicht verkehrt, auf derartige Unternehmungen zu verzichten.

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