Der höchste Berg Afrikas ist aus technischer Sicht vergleichsweise einfach zu besteigen. Allerdings gibt es zwei große Probleme: Zum einen die Höhe von 5895 Metern, die zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Zum anderen ist der Temperaturunterschied zwischen Tal und Spitze des Berges gewaltig. Wer auf den Gipfel möchte, muss sich daher idealerweise zuvor knapp eine Woche akklimatisieren. Trotzdem lockt der Kilimandscharo aktuell jährlich rund 50.000 Touristen aus aller Welt an. Zukünftig soll der Anstieg zudem noch einmal deutlich einfacher werden. Denn Tansanias Tourismusminister Constantine Kanyasu hat den Bau einer Seilbahn angekündigt. Das Ziel der Maßnahme: Der prestigeträchtige Berg soll noch mehr Besucher anziehen und dem Land so wichtige Einnahmen verschaffen.


Der gewaltige Berg im Hintergrund soll zukünftig deutlich leichter bestiegen werden können. By M. Disdero (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Zwei Unternehmen haben sich bereits zum Bau bereit erklärt

Aktuell wird daher an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet. Diese soll einerseits aufzeigen, ob das Projekt aus technischer Sicht realisiert werden kann. Andererseits sollen aber auch die wirtschaftlichen Kennzahlen und die Auswirkungen auf das sensible Ökosystem berechnet werden. Grundsätzlich haben bereits zwei Firmen Interesse am Bau der Seilbahn angemeldet. Konkrete Namen wollte der Minister noch nicht nennen. Es handelt sich aber um ein Unternehmen aus China und eines aus einem Land der westlichen Welt. Ob noch weitere Interessenten dazu kommen, dürfte nicht zuletzt von den Konditionen der finalen Ausschreibung abhängen. Bisher ist zudem auch noch unklar, wo die Seilbahn genau langlaufen wird und wie lang sie werden soll. Beides hängt von den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie ab.

Viele Träger fürchten um ihre Jobs

Schon jetzt allerdings gibt es massive Kritik an dem Projekt. So warnen Umweltschützer vor einer massiven Bedrohung für das lokale Ökosystem. Dieses gilt eigentlich als besonders schützenswert und ist seit dem Jahr 1987 Unesco Weltnaturerbe. Umweltminister Kanyasu verweist aber auf andere Seilbahnen, die ebenfalls in Naturschutzgebieten liegen. Wichtiger könnte daher ein zweites Argument werden: Kritiker monieren, das Projekt würde schlicht zu weniger Einnahmen durch den Tourismus führen. Denn bisher beschäftigt ein Bergsteiger aus den USA, der den Kilimandscharo besteigt, rund 15 Menschen vor Ort – vom Träger über den Koch bis hin zum Bergführer. Wird der Aufstieg durch die Seilbahn deutlich erleichtert, könnte ein Großteil dieser Jobs wegfallen. Somit würden zwar unter Umständen mehr Touristen zum Kilimandscharo kommen – dort dann aber weniger Geld ausgeben.


Via: Lonely Planet

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