Die Tabakindustrie musste nach vielen Jahren und Gerichtsprozessen Strafen in Milliardenhöhe zahlen, weil sie die Gefahr des Rauchens wider besseren Wissens herunterspielte. Mehr noch: Es wurde sogar versucht, auf Wissenschaftler Einfluss zu nehmen, um Studien mit den gewünschten Ergebnissen zu erhalten. Ganz ähnliche Vorwürfe werden schon seit einiger Zeit auch gegen die Ölindustrie erhoben. Demnach sollen die Manager dort schon seit Jahrzehnten wissen, dass fossile Energieträger den Klimawandel massiv beschleunigen. Dennoch wurde dieser Fakt teilweise bestritten, teilweise heruntergespielt und teilweise verschwiegen. Bisher allerdings ließ sich dieser Vorwurf noch nicht beweisen. Dies könnte sich nun durch ein Gerichtsverfahren in den Vereinigten Staaten ändern. Dort scheiterte der Ölkonzern Exxon Mobil mit einer Beschwerde vor dem Supreme Court. Der Konzern muss daher nun die internen Dokumente zum Klimawandel offen legen.


UN ist sich sicher Klimawandel durch Menschen-Hand
UN ist sich sicher Klimawandel durch Menschen-Hand

Eigene Wissenschaftler sollen bereits 1977 vor der Erderwärmung gewarnt haben

Konkret hatte Maura Haley, Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Klage gegen den Ölkonzern erhoben. Ihr Vorwurf: Das Management habe gegen Vorschriften des Verbraucherschutzes verstoßen und gegenüber Investoren wissentlich falsche Angaben gemacht. Um diesen Vorwurf zu überprüfen, ordneten die lokalen Richter an, dass interne Dokumente von Exxon Mobil vorgelegt werden müssen. Dagegen wollte sich der Konzern vor dem Supreme Court wehren. Die Richter dort wiesen die Beschwerde aber ohne weitere Anhörung ab. Nun wird sich zeigen, ob an den Vorwürfen, die unter anderem die „Los Angeles Times“ im Jahr 2015 erhob, etwas dran ist. Demnach wiesen von Exxon Mobil beschäftige Wissenschaftler bereits im Jahr 1977 darauf hin, dass die durch die fossilen Brennstoffe verursachten Treibhausgase zur Erderwärmung beitragen. Diese Erkenntnis soll aber jahrelang bewusst ignoriert worden sein.

Exxon Mobil befürwortet inzwischen eine CO2-Steuer

So veröffentlichte der Konzern noch im Jahr 2000 eine ganzseitige Anzeige in der „New York Times“, in der Zweifel an der Existenz des Klimawandel geäußert wurden. Vor Gericht soll nun geklärt werden, ob der Konzern deswegen Schadensersatz an den Staat und seine Investoren zahlen muss. Seit einigen Jahren hat Exxon Mobil in Sachen Klimawandel eine Trendwende vollzogen. Die Existenz wird nicht mehr geleugnet und das Unternehmen hat sich sogar als Befürworter einer CO2-Steuer positioniert. Im Gegenzug erhofft sich das Management dafür allerdings Immunität für Fälle aus der Vergangenheit. Bisher ist noch unklar, ob die US-Regierung bereit ist, auf einen solchen Deal einzugehen. Die Richter am Supreme Court mussten sich zuletzt öfter mit Klagen rund um das Thema Klimawandel beschäftigen. Erst im November gewährten sie einer Reihe von Jugendlichen das Recht, gegen die eigene Regierung zu klagen.


Via: Vox

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