Gerste wird ertragreicher, Bier und Single Malt Scotch besser, verspricht ein internationales Forscherteam. Das liegt daran, dass das Genom dieser wichtigen Getreideart komplett entschlüsselt worden ist. Zehn Jahre haben 77 Forscher in aller Welt dafür gebraucht, darunter Martin Mascher vom Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) im sachsen-anhaltinischen Gatersleben, und Timothy Close, Genetik-Professor an der University of California in Riverside. Alle Gene im Gerstengenom lassen sich jetzt präzise lokalisieren. Es ist doppelt so groß wie das des Menschen. Entsprechend aufwändig war dessen Entschlüsselung.


Gerste lässt sich jetzt gezielter züchten

Jetzt lässt sich beispielsweise herausfinden, welche Teile des Genoms für die Umwandlung von keimendem Gerstenkorn in Zuckermoleküle zuständig ist. Dieser Prozess findet beim Mälzen statt, einem wichtigen Schritt beim Brauen von Bier und Brennen von Whisky. Jetzt können gezielt Gerstensorten entwickelt werden, die besser für diesen Prozess geeignet sind. „Seit mehr als 20 Jahren ist bereits bekannt, dass eine Vielzahl an Genen diesen Prozess beeinflussen. Ihre genaue Anzahl konnte bisher aber aufgrund der Vielzahl ähnlicher Kopien im Genom nicht definiert werden“, erklärt Chengdao Li, Direktor der Western Barley Genetics Alliance an der Murdoch University in Perth/ Australien, der ebenfalls an der Entschlüsselung beteiligt war.


Neue Gerstensorten sollen dem Klimawandel trotzen

Das Gerstengenom ist nun der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft sowie auch privaten Pflanzenzüchtern für genetische Analysen zugänglich. Andreas Graner, Leiter der Genbank für landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturpflanzen am IPK, zeigt sich begeistert: „Die Referenzsequenz wird uns helfen, die 22.000 Gerstenmuster in unserer Sammlung zu untersuchen. Langfristiges Ziel ist es, Gerstensorten zu züchten, die auch unter sich ändernden Umweltbedingungen starke Erträge zeigen und so zur globalen Ernährungssicherung beitragen.”

Grundnahrungsmittel in ärmeren Regionen

Gerste ist nicht nur zur Herstellung von alkoholischen Getränken wichtig. Das Getreide ist auch Bestandteil von Frühstückscerealien und wird in der Vollwertküche eingesetzt. In ärmeren Regionen Asiens und Afrikas ist es Grundnahrungsmittel. Große Mengen dienen als Viehfutter. Weltweit werden große Mengen produziert, 2013 beispielsweise gut 144 Millionen Tonnen.

 

via University of California

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