Das zunehmende Bienensterben wird bereits seit einiger Zeit diskutiert. Nun hat die EU reagiert und den Einsatz von bestimmten Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft verboten. Dabei geht es um drei Wirkstoffe aus der Gruppe der Neonikotinoide, die als eine der großen Ursachen für das Bienensterben gelten. Aus der Landwirtschaft wurden daraufhin Stimmen laut, die Auswirkungen auf die Qualität und den Ertrag der Ernten befürchten.


Bundesregierung bezeichnet das Verbot als Erfolg

Genau gesagt geht es um die Wirkstoffe Thiamethoxam, Imidacloprid und Clothianidin. Diese dürfen auf Äckern in der EU in Zukunft nicht mehr eingesetzt werden. Dies gilt sowohl für die Nutzung im Rahmen der Saatgutbehandlung als auch als Spritzmittel. In Gewächshäusern sind die Wirkstoffe jedoch noch erlaubt. Das Verbot tritt in drei Monaten in Kraft.


Vor der Abstimmung in einem EU-Ausschuss galt es trotz Zustimmung für das Verbot des Freilandeinsatzes noch als fraglich, ob die erforderliche Quoten zustande kommen. Nötig waren die Stimmen von 16 EU-Ländern, die insgesamt mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Der Ausschuss stimmte letztlich für das Verbot.

Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Bienen in Deutschland und in Europa„, so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Umweltschützer hoffen, dass das Verbot Erfolge im Kampf gegen das Bienensterben bringen wird.

Nicht alle Neonikotinoide sind verboten

Neonikotinoide galten lange als Wunderwaffe gegen Schädlinge, bis klar wurde, dass sie auch für Bienen und andere nützliche Insekten gefährlich sind. Im Februar hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die drei verbotenen Wirkstoffe als Risiko für Wild- und Honigbienen bezeichnet. Experten zufolge wirken Neonikotinoide bereits in geringen Dosierungen für viele Insekten tödlich. Zudem konnten Schweizer Forscher 2016 zeigen, dass bestimmte Sorten von Neonikotinoiden die Fruchtbarkeit männlicher Honigbienen verlängern und deren Lebensspanne senken können.

Allerdings gibt es neben den nun verbotenen Mitteln noch weitere Neonikotinoide, die weiterhin benutzt werden dürfen, darunter etwa Thiacloprid und Acetamiprid. Die EFSA bezeichnet diese Mittel als geringes Risiko für Bienen – diverse Umweltschutzverbände sehen das jedoch anders und fordern ein komplettes Verbot von Neonikotinoiden und ähnlich wirkenden Insektiziden. Zudem mahnen sie an, dass bereits neue Insektizide in den Schubladen der Industrie liegen, die zwar keine Neonikotinoide sind, ihnen aber erheblich ähnlich sind.

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