Deutschland gilt schon lange als Weltmeister im Müll trennen. Doch während die deutsche Obsession international oft belächelt wird, scheint der Grundgedanke doch immer mehr Ländern und Städten einzuleuchten. Neuestes Beispiel dieser Entwicklung ist die kanadische Millionenmetropole Vancouver. Dort ist es seit dem ersten Januar verboten, organische Abfälle über die Restmüll-Tonne zu entsorgen. Allerdings bekommen Trennmuffel noch einen letzten Aufschub. In den ersten sechs Monaten verzichtet die Stadt auf Strafmaßnahmen zur Durchsetzung des Verbots. Diese Übergangszeit soll den Bürgern helfen, sich an die neue Trennpflicht zu gewöhnen.


80 Prozent des Mülls soll wiederverwendet werden

Schon bisher hatte die Stadtverwaltung die Nutzung der Biotonne empfohlen, dies scheint von den Bewohnern aber nicht in ausreichendem Maße umgesetzt worden zu sein. Der Hintergrund: Vancouver hat sich selbst ehrgeizige Recycling-Ziele auferlegt und möchte bis 2020 80 Prozent der in der Stadt produzierten Abfälle wiederverwenden. Bürgermeister Greg Moore hält die Einführung der Biomüll-Tonne dabei für einen wichtigen Schritt: „Wir müssen unsere Herangehensweise ändern. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir organischen Abfall, Recyclingware und Restmüll voneinander trennen“, erklärte der Politiker.


Biomüll auf Mülldeponien schädigt das Klima

Dabei hat Vancouver schon heute eine der höchsten Recyclingquoten in Nordamerika. Andere Städte legen bei diesem Thema deutlich weniger Ehrgeiz an den Tag. Die grundsätzliche Problematik sollte aber eigentlich für jeden ersichtlich sein. Zwischen 30 und 40 Prozent des Mülls auf amerikanischen Müllkippen besteht aus organischen Abfällen. Verrotten diese allerdings unbehandelt, entsteht Methangas. Entweicht dieses in die Atmosphäre hat dies enorm schädliche Auswirkungen auf den Treibhauseffekt.

Sinnvoller ist es daher, die organischen Abfälle zu sammeln und weiter zu verarbeiten. Diese können dann beispielsweise als Dünger wieder verwendet werden. Die Stadt Vancouver hat daher auch bereits angekündigt, dass der gesammelte Biomüll in einen nährstoffreichen Kompost verwandelt wird, der dann wiederum in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt.

Quelle: Treehugger

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