In Sachsen-Anhalt regiert seit dem Jahr 2016 eine bundesweit einmalige Koalition aus CDU, SPD und Grünen. Die Zusammenarbeit verläuft keineswegs immer harmonisch. Doch noch gibt es offensichtlich genug Themen, bei denen die Partner eine Einigung finden können. Dazu gehört seit heute auch das Thema Förderung von Lastenrädern. Denn die drei Regierungsfraktionen haben im Landtag einen Antrag beschlossen, der die Landesregierung auffordert, ein entsprechendes Förderprogramm aufzulegen. Demnach sollen die Käufer eines Lastenrads bis zu 50 Prozent des Kaufpreises erstattet bekommen. Die maximale staatliche Förderung wird aber bei 1.500 Euro pro Rad gedeckelt. Profitieren können von dem Geld nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen. Ziel der Maßnahme ist es, die Zahl der Transportfahrten mit dem Auto oder dem Lieferwagen zu reduzieren.


Bild: KaiMartin (-<(kmk)>-) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

Die Kosten belaufen sich auf 300.000 Euro

So wurden Studien benannt, denen zufolge rund die Hälfte der innerstädtischen Transporte theoretisch auch mit einem Lastenrad abgewickelt werden könnten. Die Zielsetzung der Koalitionäre in Sachsen-Anhalt ist aber nicht ganz so ambitioniert. So spricht SPD-Verkehrspolitiker Falko Grube davon, dass auch schon ein Wert von zehn Prozent ein großer Erfolg wäre. Die Regierung des Landes steht dem Antrag nicht grundlegend ablehnend gegenüber, sieht aber noch Gesprächsbedarf. Denn die Kosten eines solchen Förderprogramms werden auf rund 300.000 Euro geschätzt. Rein rechnerisch ließen sich damit mehr als 200 Lastenräder bezuschussen. Allerdings müssen die Mitarbeiter, die die entsprechenden Anträge bewilligen, auch noch bezahlt werden.

Die Finanzierung ist noch nicht geklärt

Verkehrsminister Thomas Webel von der CDU will daher zunächst klären, wie das Programm finanziert werden könnte. Dies soll im Rahmen der Beratungen zum Doppelhaushalt 2020/2021 geschehen. Die Opposition im Landtag ist sich bei dem Thema nicht einig. Während die AFD eine Förderung grundsätzlich für überflüssig hält, geht der Linkspartei die Initiative nicht weit genug. Sie fordert daher, dass auch zusätzliches Geld für den Ausbau der Radinfrastruktur zur Verfügung gestellt wird. Unabhängig von einer möglichen staatlichen Förderung experimentieren auch immer mehr Firmen mit Transporten durch das Lastenrad. Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg werden auf diese Weise beispielsweise Pakete zum Endkunden gebracht. Dies soll die Verkehrssituation entspannen.


Via: Welt

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.