Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat eine neue Förderrichtlinie für umweltfreundliche Lastwagen vorgelegt. Demnach können Speditionen in Deutschland einen staatlichen Zuschuss beantragen, wenn sie einen LKW mit sauberem Antrieb kaufen. Die Höhe der Förderung hängt von der Antriebsart und der Größe des Fahrzeugs ab:


1. Für Lastwagen, die mit Erdgas fahren: 8.000 Euro

2. Bei Antrieb mit Flüssiggas: 12.000 Euro


3. E-LKW bis 12 Tonnen: 12.000 Euro

4. Elektrolastwagen mit mehr als 12 Tonnen: 40.000 Euro

Ziel der Maßnahme ist es, den Preisunterschied zwischen konventionell angetriebenen Lastwagen und den umweltfreundlicheren Alternativen zu verringern. Auf diese Weise soll die Anschaffung von sauberen LKW attraktiver werden. Für das bis zum Jahr 2020 befristete Förderprogramm werden jährlich 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Profitieren sollen aber nicht nur Großunternehmen: Der maximale Zuschuss pro Spedition ist auf 500.000 Euro begrenzt.

Der Straßenverkehr hat noch Nachholbedarf in Sachen Klimaschutz

Um das staatliche Geld zu erhalten, müssen zudem drei Bedingungen erfüllt sein: Das Fahrzeug muss zum einen für den Warentransport bestimmt sein. Ein Food-Truck kann somit beispielsweise nicht bezuschusst werden. Außerdem muss der Lastwagen in einem EU-Mitgliedsland als serienmäßiges Fahrzeug gekauft werden können. Und ganz besonders wichtig: Die neuen LKW müssen über die von der EU vorgeschriebenen Umweltschutznormen hinausgehen. Es handelt sich also nicht um eine reine Technologie-Förderung. Vielmehr dient das Geld eindeutig dem Zweck, die Klima- und Umweltbilanz des Straßenverkehrssektors zu verbessern. Nötig ist dies tatsächlich: Denn seit dem Referenzjahr 1990 wurden in diesem Bereich in Deutschland etwa so gut wie keine CO2-Emissionen eingespart. In vielen Städten droht zudem aufgrund der hohen Feinstaubbelastung ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. E-LKW wären davon logischerweise nicht betroffen.

Bisher gibt es noch kaum schwere Elektrolastwagen

Profitieren könnte daher vor allem die Deutsche Post. Diese produziert den Elektrolieferwagen Streetscooter und darf hoffen, dass sich die Absatzzahlen durch die neue staatliche Förderung weiter erhöhen. Auch der Post-LKW ist allerdings deutlich leichter als 12 Tonnen, sodass nicht die maximale Förderung gezahlt wird. Tatsächlich dürfte es den Speditionen aktuell noch schwer fallen, überhaupt einen Elektro-LKW zu finden, der den Vorgaben für die höchste Zuschusssumme entspricht. Einige Konzerne haben aber bereits entsprechende Fahrzeuge angekündigt: So hat der Tesla Semi in den Vereinigten Staaten bereits erste Waren ausgeliefert, während der 16 Tonnen schwere Volvo FL Electric im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll. Die Bundesregierung will zudem auch die Betriebskosten der Elektrolastwagen reduzieren und diese daher von der LKW-Maut ausnehmen.

Via: FAZ

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