Die digitale Währung Bitcoin erfreut sich seit Jahren steigender Beliebtheit und hatte vor allem 2016 wahre Höhenflüge, die den Kurs immens steigen ließen. Ökologisch gesehen ist die Währung aber bedenklich: Forscher des MIT und der TU München gehen davon aus, dass der Energiebedarf der Kryptowährung pro Jahr etwa 46 Terawattstunden Energie benötigt. Damit verursacht Bitcoin pro Jahr mindestens 22 Millionen Tonnen CO2-Emissionen.


Bild: Bitcoin, Zach Copley, Flickr, CC BY-SA 2.0

CO2-Emissionen wie Jordanien

Genau gesagt schätzen die Forscher, dass die Digitalwährung Bitcoin jedes Jahr zwischen 22 und 22,9 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Das entspricht etwa dem Treibhausgasausstoß eines kleinen Landes wie Jordanien oder Sri Lanka. Für ihre Berechnungen nutzten die Wissenschaftler Geschäftsberichte von Unternehmen, die Hardware für das Mining von Bitcoin herstellen.

Beim „Mining“, also dem Prozess, bei dem Bitcoin „geschürft“ werden, versuchen viele Computer gleichzeitig, ein kryptografisches Rätsel zu lösen. Die zugrundeliegenden Berechnungen wurden in den letzten Jahren zunehmend komplexer, was sich auch auf den Strombedarf auswirkt. „ Im Januar 2011 konnte ein Bitcoin-Schürfer mit einem aktuellen Grafikprozessor damit rechnen, mehr als zwei Blöcke pro Tag zu finden„, so die Forscher. Inzwischen bräuchte ein Miner mit der gleichen Rechenleistung etwa 472 339 Jahre für einen Blick. Selbst leistungsstarke Systeme entdecken heute nur etwa alle 21 Jahre einen Blick, weshalb sehr viele Systeme gleichzeitig laufen müssen. Ein Block fasst derzeit 12,5 Bitcoin, und es werden 1800 Bitcoin pro Tag geschürft.


Energiebedarf explodiert

Allein im Jahr 2018 hat sich der für das Mining benötigte Energieaufwand vervierfacht und liegt derzeit bei etwa 45,8 Terawattstunden. Etwa zwei Drittel aller Bitcoin werden derzeit in Asien geschürft – speziell in China. Dort gibt es große Bitcoin-Farmen, die aus mehreren Tausend Rechnern bestehen. Je nach Standort variiert deren CO2-Fußabdruck. In der chinesischen Provinz Sichuan etwa kommt vorwiegend Elektrizität aus Wasserkraft zum Einsatz – in der Mongolei versorgen dagegen Kohlekraftwerke die Bitcoin-Farmen mit Energie.

Die dezentrale Kryptowährung Bitcoin gibt es seit 2008. Konzipiert wurde sie von einer Person mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. 2017 war der Kurs von Bitcoin zeitweise nahe an der 20.000 Dollar-Marke. Aktuell ist ein Bitcoin etwa 8.000 Dollar wert.

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1 Kommentar

  1. Bob

    19. Juni 2019 at 03:45

    Wie hoch ist wohl der Energiebedarf des aktuellen Geldverkehrs mit all seinen Finanztransaktionen, Überweisungen, Drucken von Geldscheinen, Kreditkarten usw.?

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