Laszlo Hanyecz ist in der Welt der Cryptowährungen so etwas wie eine Legende. Denn vor einigen Jahren bestellte er zwei Pizzen und bezahlte dafür 10.000 Bitcoin. Damals lag der Kurs der digitalen Leitwährung noch im Mikrobereich, heute handelt es sich bei der Summe um ein nicht unerhebliches Vermögen. Die Geschichte ist aber nicht nur lustig, sondern hat auch einen interessanten Randaspekt. Denn aktuell ist es kaum möglich, mit Bitcoins kleinere Dinge wie eine Pizza oder einen Kaffee zu bezahlen. Stattdessen hat die weltweit größte Cryptowährung mit langen Transaktionszeiten und hohen Gebühren zu kämpfen. Abhilfe soll nun aber das sogenannte Lightning Network schaffen. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich?


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So funktioniert das Lightning Network für Cryptowährungen

Vereinfacht ausgedrückt sorgt die Technologie dafür, dass nicht mehr jede einzelne kleine Transaktion in der Blockchain des Bitcoin hinterlegt werden muss. Stattdessen können auch lokale Bezahlkanäle eingerichtet werden, in denen die Nutzer zunächst so viele Bitcoin tauschen können wie sie wollen. Erst wenn der Kanal am Ende geschlossen wird, wird das Ergebnis in die Haupt-Blockchain übertragen. Abgesichert werden die Zahlungen in den lokalen Kanälen über die bekannten Smart Contracts – also wechselseitige Verpflichtungen und automatisiert ausgelöste Zahlungen. Unternehmen können mithilfe des Lightning Network für regelmäßige Kunden eigene Bezahlkanäle einrichten und dort immer wieder auch kleinere Beträge erhalten.

Bild: Bitcoin, Zach Copley, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Vorteile des Lightning Network

Durch die neue Technologie werden zum einen Zahlungen beinahe in Echtzeit möglich. Zum anderen müssen die hohen Transaktionsgebühren nur entrichtet werden, wenn am Ende der lokale Kanals geschlossen wird. Dadurch werden die einzelnen dort getätigten Zahlungen deutlich günstiger. Außerdem müssen dank des Lightning Networks weniger Transaktionen in die Blockchain geschrieben werden – es werden also auch insgesamt weniger Blöcke benötigt. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Es muss weniger gemint werden. Auch dies soll für sinkende Gebühren sorgen. Positiver Nebeneffekt: Auch der immer wieder kritisierte enorme Stromverbrauch kann so reduziert werden. Ein weiterer Vorteil des Systems besteht zudem darin, dass so auch Zahlungen zwischen verschiedenen Cryptowährungen realisiert werden können.


Die Nachteile des Lightning Network

Grundsätzlich ist es möglich, dass auch Zahlungen abgewickelt werden, wenn keine direkter Kanal zwischen zwei Nutzern besteht. Voraussetzung ist, dass die beiden über einen dritten Knoten indirekt miteinander verbunden sind. Kritiker sehen dies aber sehr skeptisch und befürchten, dass Unternehmen mit vielen lokalen Kanälen eine zu zentrale Stellung einnehmen könnten. Dies würde den dezentralen Ansatz der Cryptowährung konterkarieren. Einige sehen daher den Ansatz der alternativen Cryptowährung IOTA im Vorteil. Dort kommt ein sogenannter Tangle zum Einsatz. Die einzelnen Transaktionsblöcke sind also nicht chronologisch angeordnet, sondern als Netz verbunden. Dies soll ebenfalls kostengünstige und schnelle Transaktionen ermöglichen.

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Zuletzt aktualisiert am 18.10.2018

Der aktuelle Stand des Lightning Network

Die ersten Transaktionen auf Basis des Lightning Network haben bereits stattgefunden. Bisher handelt es sich aber lediglich um eine erste Alpha-Testphase. Die endgültige Implementierung der Technologie in die Bitcoin-Blockchain steht noch aus. Außerdem müssen natürlich auch Unternehmen gefunden werden, die Zahlungen mit dem Lightning Network akzeptieren. Aktuell kann so etwa der TorGuard VPN-Router gekauft werden. Laszlo Hanyecz gehörte in jedem Fall erneut zu den frühesten Nutzern. Er hat mithilfe des Lightning Networks mal wieder Pizza bestellt.

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