Gewissermaßen wiederholt sich die Geschichte gerade: Lange Zeit warb China weltweit mit den niedrigen Löhnen im eigenen Land. Das Reich der Mitte wurde dadurch zur verlängerten Werkbank der Weltgemeinschaft. Vor allem einfache und arbeitsintensive Produktionsprozesse wanderten aus Europa und Nordamerika in das größte asiatische Land. Inzwischen sind aber auch die Löhne in China gestiegen – weshalb einige Betriebe bereits in neue Niedriglohnländer abgewandert sind. Die chinesische Regierung hat darauf bereits vor einigen Jahren reagiert und verstärkt in den Hightech-Bereich investiert. So wird etwa das Thema Automatisierung entschieden vorangetrieben. Als Folge dessen hat nun der Schweizer Konzern ABB den Bau einer Fabrik im Großraum Shanghai bekannt gegeben. Die Besonderheit: Die dort hergestellten Roboter für Produktionsanlagen werden selbst zu einem großen Teil von Robotern zusammengebaut.


Bild: ABB

Jeder dritte Roboter wird in China verkauft

Insgesamt lässt sich ABB das Projekt rund 150 Millionen Dollar kosten. Es handelt sich also durchaus um ein signifikantes Investment, das auch durch den Handelsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten nicht verhindert werden konnte. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass China schon heute mit der wichtigste Markt für Hersteller von Produktionsrobotern ist: Im vergangenen Jahr wurde rund jeder dritte weltweit gebaute Roboter in China abgesetzt. In der neu gebauten Fabrik in Shanghai werden allerdings auch menschliche Mitarbeiter tätig sein. ABB hat dafür eigens eine Software namens SafeMove2 entwickelt. Diese soll eine sichere Zusammenarbeit zwischen Menschen und Robotern auch auf engstem Raum ermöglichen. Dadurch können auch Produktionsschritte teilweise automatisiert werden, die Roboter alleine noch nicht bewältigen können. Insgesamt nimmt so der Grad der Automatisierung zu.

Shanghai ist ein Zentrum der Automobilindustrie

Wofür die produzierten Roboter letztlich genutzt werden, hängt von den Bestellungen der Kunden ab. Es liegt aber nahe, dass ein nicht unerheblicher Teil in der Automobilindustrie landen wird. Das Gebiet rund um Shanghai gilt beispielsweise als Zentrum der Produktion von Elektroautos in China. Auch der deutsche Volkswagen-Konzern kündigte zuletzt den Bau einer gigantischen Fabrik dort an. Größter Konkurrent von ABB in China ist übrigens das aus Deutschland stammende Unternehmen Kuka Robotics. Die Firma wurde allerdings bereits vor rund zwei Jahren von dem chinesischen Konzern Midea übernommen. Auch Kuka hatte zuletzt die Roboter-Produktion in China ausgeweitet und unter anderem den Aufbau eines Roboter-Parks in der Nähe von Hongkong angekündigt. Der technische Fortschritt hat allerdings auch seine Schattenseiten: Experten gehen davon aus, dass die zunehmende Automatisierung zahlreiche Arbeitsplätze vernichten wird.


Via: ABB

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.