In diesem Sommer waren die Preise an den Tankstellen mal wieder Gegenstand hitziger Diskussionen. Dies zeigt – ebenso wie die Diskussion um Diesel-Fahrverbote – dass Autos mit Verbrennungsmotor in Deutschland noch immer eine zentrale Bedeutung besitzen. Gleichzeitig bringen aber immer mehr Hersteller Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf den Markt. Für die Tankstellen könnte dies zukünftig enorme Umwälzungen mit sich bringen. Der Tankstellenbetreiber Aral hat daher gemeinsam mit dem Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt eine Studie erarbeitet, in der der Frage nachgegangen wird, wie Tankstellen im Jahr 2040 aussehen könnten. Die gute Nachricht zuerst: Die Menschen werden auch weiterhin Auto fahren. Tatsächlich soll die Zahl der – privat und gewerblich – gefahrenen Kilometer sogar noch einmal deutlich zulegen – auf 900 Milliarden im Jahr.


Bild: obs/Aral AG“

Statt Benzin könnte zukünftig Elektrizität vermarktet werden

Auch der Anteil der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wird noch vergleichsweise hoch sein: Die Experten gehen von einem Wert in Höhe von über 60 Prozent aus. Hier können die Tankstellenbetreiber also ihr klassisches Geschäft fortsetzen. Gleichzeitig muss aber massiv in die Infrastruktur für Elektroautos und Wasserstofffahrzeuge investiert werden. Konkret dürften also etwa einige klassische Zapfsäulen durch Schnellladestationen ersetzt werden. Außerdem wären Batterie-Tauschstationen für E-Scooter und ähnliche Geräte denkbar. Investitionen in diesem Bereich sind wichtig, weil sonst die Gefahr besteht, dass dieser Markt von anderen Institutionen übernommen wird. So wäre es etwa auch denkbar, dass Supermärkte verstärkt Ladestationen auf ihren Parkplätzen installieren und so diesen Teil des Geschäfts übernehmen. Auf der anderen Seite könnten die Tankstellen aber auch ihr Shop-Konzept weiter entwickeln – und etwa Waren von autonomen Autos ausliefern lassen.

Carsharing-Dienste sollen zum Partner werden

Auch neue Mobilitätsdienste könnten in das klassische Tankstellen-Konzept integriert werden. So sprechen die Forscher beispielsweise davon, dass auf dem Dach ein Landeplatz für Flugtaxis eingerichtet werden könnte. Carsharing-Dienstleister wiederum könnten die Infrastruktur nutzen, um ihre autonomen Fahrzeuge zu parken und bei Bedarf warten und reparieren zu lassen. Dafür wird allerdings Platz benötigt, den die Autoren der Studie vor allem durch eine mehrstöckige Bauweise erreichen wollen. Alles in allem lässt sich sagen: Die Tankstellenbetreiber werden viel Geld in Umbaumaßnahmen investieren müssen, ihr Geschäftsmodell ist aber nicht grundlegend bedroht. Dies wäre wohl erst der Fall, wenn der Mensch irgendwann gar kein Fortbewegungsmittel mehr benötigen würde.


Via: Aral

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1 Kommentar

  1. giantpanda

    3. Dezember 2018 at 08:49

    Gibt es nicht z.Z Investitionsgelegeiten in den Ankauf von stillelegten Tankstellen, und diese al Laden-Stationen auszurusten ? Es sollte auch Platz fÜr zukunftige Wasserstoff Säulen. Allerdings sehr Kapital intensif.

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