Der Elektroautopionier Tesla musste im vergangenen Jahr einiges an Kritik einstecken. Immer mehr Analysten bezweifeln, dass es dem Konzern tatsächlich gelingen wird, die Luxusnische zu verlassen und den Massenmarkt zu erobern. Eine neue Studie des Branchendienstes „Bloomberg New Energy Finance (BNEF)“ kommt hingegen zu einem erfreulichen Ergebnis für Firmenchef Elon Musk. Demnach liegt der Vorteil von Tesla gegenüber der Konkurrenz vor allem bei der Entwicklung und dem Bau der benötigten Batterien. Anders als etwa die deutschen Autobauer kauft das Unternehmen diese nämlich nicht einfach in Asien ein, sondern produziert sie zusammen mit Panasonic selbst. Der Clou: Dabei wird deutlich weniger teures Kobalt verbaut als in der Vergangenheit. Dadurch konnte Tesla die Kosten für den Bau der Batterien stark senken – was dem Konzern in den nächsten Jahren einen Wettbewerbsvorteil sichern dürfte.


Foto: Elon Musk

Der Kobalt-Anteil in den Batterien wurde signifikant gesenkt

Zuletzt hatte Elon Musk angekündigt, dass der Autobauer noch in diesem Jahr auf Zellebene die Schallmauer von 100 Euro pro Kilowattstunde unterschreiten wird. Auf der Ebene der Batteriepakete soll die Zielmarke dann in zwei Jahren erreicht werden. Die Experten von Bloomberg betonen: Sollten diese Ziele tatsächlich erfüllt werden, wäre Tesla damit den meisten Konkurrenten um einige Jahre voraus. Diese Analyse deckt sich mit einer Untersuchung deutscher Ingenieure aus diesem Jahr. Diese organisierten sich einen nagelneuen Tesla Model 3 und zerlegten ihn in seine Einzelteile. Dabei stellten sie fest: Der Kobalt-Anteil in der Batterie lag nicht wie erwartet bei acht Prozent, sondern konnte auf 2,8 Prozent reduziert werden. Oder anders ausgedrückt: Tesla produziert die Batterien für den neuen Mittelklassewagen deutlich günstiger als dies für möglich gehalten worden wäre.

Auch BYD setzt auf Batterien aus dem eigenen Haus

Neben Tesla wird in der Bloomberg-Analyse allerdings noch ein zweiter Autobauer in diesem Punkt positiv erwähnt: Auch der chinesische Konzern BYD Co. produziert die für seine Autos benötigten Batterien selbst. Es ist daher vielleicht auch kein Wunder, dass diese beiden Konzerne den Markt für Elektroautos weltweit anführen: BYD besitzt einen Marktanteil von 9,9 Prozent, während Tesla es immerhin auf 9,7 Prozent bringt. Die klassischen Autobauer haben das Thema Elektromobilität inzwischen allerdings auch auf der Agenda. So wurden mit dem Jaguar I-PACE und dem Mercedes EQC zuletzt zwei Modelle vorgestellt, die in der Fachwelt durchaus für Aufsehen gesorgt haben. Die Batterien wurden aber jeweils von Zulieferern bezogen.


Via: Bloomberg

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