Kampfflugzeuge haben in den letzten rund einhundert Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Noch im ersten Weltkrieg handelte es sich für die Piloten um ein wahres Himmelfahrtskommando. Später wurden immer mehr Sicherheitsvorkehrungen installiert – etwa der sogenannte Schleudersitz. Dennoch stellt der Einsatz über fremdem Gebiet noch immer eine erhebliche Gefahr dar. Deutlich wurde dies zuletzt wieder einmal im Konflikt zwischen Indien und Pakistan: Dort hat die pakistanische Armee eigenen Angaben zufolge zwei indische Kampfflugzeuge abgeschossen und mindestens einen Piloten gefangen genommen. Der Flugzeugbauer Boeing will den Piloten daher nun aus einzelnen Flugzeugen komplett verbannen und entwickelt unter dem Namen „Boeing Airpower Teaming System“ eine Art unbemannte Drohne mit den Fähigkeiten eines Kampfflugzeugs.


Die Produktionskosten liegen deutlich niedriger als bisher üblich

Gedacht ist diese vor allem zum Schutz. So könnten mit Piloten besetzte Kampfflugzeuge von einem Schwarm der autonomen Drohnen umgeben werden. Diese können dann zur Aufklärung, zur Gefahrenabwehr oder zur Übermittlung von Daten eingesetzt werden. Grundsätzlich bringen autonome Kampfflugzeuge zwei große Vorteile mit sich: Zum einen lassen sich damit auch Flugbewegungen durchführen, die mit einem Menschen an Bord nicht möglich sind – beispielsweise weil zu starke Fliehkräfte wirken. Zum anderen sind aber auch die Produktionskosten signifikant niedriger als bei einem klassischen Armeeflieger. Der Grund dafür ist simpel: Es müssen deutlich weniger Sicherheitskomponenten verbaut werden. Außerdem haben die Konstrukteure mehr Platz zur Verfügung, weil kein menschlicher Körper mehr hereinpassen muss. Auch dies senkt die Kosten.


Wie weit darf die künstliche Intelligenz gehen?

Das von Boeing nun erstmals präsentierte Konzept einer Mischung aus Kampfflugzeug und Drohne lässt sich auf Wunsch vom Boden aus steuern. Es ist aber ausdrücklich auch vorgesehen, dass eine künstliche Intelligenz den Flugvorgang überwacht und eigenständig Entscheidungen trifft. Bisher wurde sich aber noch nicht dazu geäußert, wie weit die Autonomie des Flugzeugs gehen soll. Darf die künstliche Intelligenz beispielsweise die Waffen an Bord einsetzen, wenn ein feindlicher Flieger entdeckt wurde? Experten warnen immer wieder vor solchen Szenarien und wollen entsprechende Entscheidungen immer einem Menschen überlassen. Letztlich dürften aber vor allem die Abnehmer darüber entscheiden, wie der autonome Kampfflieger letztlich genutzt wird. Neben den USA und den Nato-Partnern will Boeing die Neuentwicklung auch an viele weitere Staaten aus aller Welt verkaufen.

Via: Engadget

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1 Kommentar

  1. Uwe

    15. März 2019 at 15:29

    „Na Mahlzeit“, wie Heinz Becker sagt, „die haben ja gerade mit der 737 Max8 bewiesen, wie gut das funktioniert“.

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