Als in den Städten nicht mehr genug Platz war, um alle Häuser nebeneinander zu setzen, begann der Mensch in die Höhe zu bauen. Viele Innenstädte bestehen daher heute größtenteils aus Hochhäusern. Der Platzmangel sorgt gerade in Megametropolen aber auch dafür, dass kaum noch neue Gärten oder Grünanlagen angelegt werden können. In London wird daher aktuell geplant, eine schwimmende Parkanlage zu errichten. Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá hingegen wählt einen anderen Weg: Dort werden auch die Gärten in die Höhe gebaut. So wurde die Fassade eines neunstöckigen Gebäudes durch die Firmen Paisajismo Urbano und Groncol begrünt. Mit insgesamt rund 115.000 Pflanzen entstand so der größte vertikale Garten der Welt.


Schadstoffe und Klimaemissionen werden aus der Luft gefiltert

Diese Vorgehensweise bringt einige Vorteile mit sich. So unterstützen die Pflanzen die Isolierung des Gebäudes. Im Sommer heizen sich die Wohnungen also nicht so schnell auf, während im Winter die Wärme im Inneren gehalten wird. Aber auch die Bewohner in der Umgebung profitieren. Denn die Pflanzen produzieren Sauerstoff, filtern Schadstoffe aus der Luft und reduzieren die Klimaemissionen. Für das Gebäude in der kolumbianischen Hauptstadt können diese Effekte sogar genau beziffert werden: Es wird genug Sauerstoff für 3.000 Menschen produziert, der CO2-Fußabdruck von 700 Bewohnern wird aufgenommen und die Abgase von 745 Autos werden aus der Luft gefiltert. Je mehr Häuser zukünftig ebenfalls begrünt werden, desto größer werden diese positiven Effekte.


Die einzelnen Säulen wurden mit zehn verschiedenen Pflanzensorten begrünt. Foto: Paisajismo Urbano

Altes Duschwasser wird für die Pflanzen verwendet

Die Pflanzen an den Häuserwänden müssen allerdings auch gegossen werden. Dies geschieht aber voll automatisiert. Über Sensoren wird dabei zunächst der optimale Wasserbedarf erfasst. Anschließend wird wieder aufbereitetes Wasser aus den Duschen des Hauses genutzt, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass kein Frischwasser verwendet werden muss, um die Bepflanzung schön grün zu halten. Grundsätzlich sind die Pflanzen mit den klimatischen Bedingungen in Kolumbien allerdings bereits vertraut: Der Botaniker Ignacio Solano wählte eigens zehn Sorten aus, die an der Westküste des Landes beheimatet sind. Im Idealfall tragen die Pflanzen zudem dazu bei, die Biodiversität in den Städten zu erhöhen.

Via: Treehugger

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