Brasilien gehört zu den größten Zuckerexporteuren der Welt. Die Ernte des Rohrzuckers verläuft heute bereits weitgehend automatisiert. So fährt eine Erntemaschine über die Felder und entlädt das gewünschte Produkt in einen nebenherfahrenden Lastwagen. Was zunächst simpel klingt, bringt in der Praxis aber durchaus Probleme mit sich. Denn zum einen ist es gar nicht so einfach, die Geschwindigkeiten der beiden Fahrzeuge zu synchronisieren. Zum anderen können Fahrfehler dazu führen, dass neu angepflanzter Zuckerrohr zerstört wird – und so der Ertrag der nächsten Ernte geschmälert wird. Dies passiert häufiger als man denken würde: Den Angaben von Volvo zufolge, geht auf diese Weise rund vier Prozent der Ernte verloren.


Die Abweichung von der Ideallinie beträgt maximal 25 Millimeter

Oder anders ausgedrückt: Wenn es gelänge, die Fahrfehler auszumerzen, könnte der Ertrag pro Hektar jährlich um bis zu zehn Tonnen gesteigert werden – was für die Farmer bares Geld bedeutet. Der schwedische Konzern hat daher nun einen Truck entwickelt, der auf Technologie für selbstfahrende Autos setzt. So übernimmt der Computer das Steuer und sorgt dafür, dass der Lastwagen stets eine gerade Linie fährt. Die Abweichung beträgt maximal 25 Millimeter. Ein integriertes GPS-Gerät kann zudem genutzt werden, um den Truck selbstständig eine festgelegte Route abfahren zu lassen. Außerdem ist ein Tempomat eingebaut, sodass die Geschwindigkeit fixiert werden kann. Der Fahrer kann auf Wunsch aber auch selbst bremsen und beschleunigen.

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Der Prototyp wird nun zu einem marktreifen Produkt weiter entwickelt

Alle diese Technologien wurden natürlich nicht neu entwickelt, sondern von Volvo lediglich intelligent kombiniert, sodass der Truck ideal für die Zuckerernte geeignet ist. Im brasilianischen Sommer soll der bereits bestehende Prototyp zu einem fertigen Produkt weiter entwickelt werden. Anschließend sind ausführliche Testfahrten geplant, bei denen genau geschaut werden soll, wie stark die Ernte langfristig gesteigert werden kann. Erst danach ist die kommerzielle Markteinführung vorgesehen. Über einen Kaufpreis ist daher bisher noch nichts bekannt. Die Höhe der Anschaffungskosten dürfte aber für die Farmer entscheidend sein. Denn nur wenn diese mittelfristig unterhalb der höheren Einnahmen liegen, lohnt sich ein Kauf.

Via: New Atlas

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