Der Volkswagen-Konzerns treibt den Umstieg auf Elektroautos konsequent voran. Wichtiger Baustein der Strategie: Der MEB Entry. Dieser soll nur rund 20.000 Euro kosten und damit auch preisbewusste Käuferschichten erschließen. Ursprünglich war geplant, das Fahrzeug in der Fabrik in Emden zu produzieren. Doch diese Plänen scheinen nun noch einmal überarbeitet worden zu sein. Dies berichtet das Handelsblatt. Demnach haben interne Berechnungen ergeben, dass ein Verkaufspreis von 20.000 nur schwer zu erreichen ist. Denn neben den Lohnkosten für die Mitarbeiter müssen auch noch die hohen Preise für die Batterie mit einkalkuliert werden. Das eindeutige Ergebnis: Bei einer Produktion in Emden wäre der Verkauf des Fahrzeugs zu dem geplanten Preis nur mit Verlust möglich.


Seat wird einen Großteil der Entwicklung übernehmen

Dies ist für die Konzern-Führung aber natürlich keine Option. Es gilt daher inzwischen als wahrscheinlich, dass die Produktion nach Osteuropa verlagert wird – vermutlich nach Bratislava. Dort sind die Lohnkosten ein Stück niedriger, sodass die Gewinnschwelle erreicht werden könnte. Die Technik für den Kleinwagen wiederum wird zu einem nicht unerheblichen Teil aus Spanien kommen. Denn die Federführung des Projekts hat die VW-Marke Seat übernommen. Bisher verfügt die Marke zwar noch über keine große Erfahrung im Bereich der Elektromobilität. In der Vergangenheit konnten die Ingenieure dort aber schon unter Beweis stellen, dass sie in der Lage sind, preisgünstige Kleinfahrzeuge zu entwickeln. Der MEB Entry soll in etwa so groß sein wie ein VW Polo heute.


In Emden wird stattdessen ein SUV gebaut

Zudem wird aktuell eine Plattform namens „Modularer Elektrifizierungs-Baukasten“ aufgebaut. Diese wird die Basis bieten für zahlreiche Elktroautos der verschiedenen Marken von Volkswagen. Das Elektroauto für 20.000 Euro soll im Jahr 2023 auf den Markt kommen und dann 200.000 Mal pro Jahr verkauft werden. Die VW-Mitarbeiter in Emden werden hingegen zukünftig einen Elektro-SUV in der Größe des aktuellen Tiguan produzieren. Bei diesem ist die Gewinnmarge deutlich höher, sodass die Lohnkosten eine weniger wichtige Rolle spielen. Der SUV sollte eigentlich in Zwickau gebaut werden. Das Werk dort ist aber bereits mit der Produktion des neuen VW ID.3 ausgelastet. Durch die Verlagerung der Produktion des MEB Entry nach Bratislava sollen daher keine Arbeitsplätze verloren gehen.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.