Promillemessgeräte haben bisher nicht den besten Ruf. Die von der Polizei genutzten Geräte sind nervig für Leute die nüchtern unterwegs sind und gefürchtet bei all jenen, die das Auto nicht stehen lassen konnten. Auch die für Privatkunden entwickelten Alkoholmesser sind nicht unumstritten. Im besten Fall, so die Kritiker, kämen diese als Partygag zum Einsatz. Teilweise würden diese aber auch genutzt, um sich bewusst an die gerade noch erlaubte Alkoholgrenze heranzutrinken. Der neu entwickelte Alkoholtester „Breeze“ zeigt deswegen nicht nur den aktuellen Promillegehalt an, sondern präsentiert bei überschrittenen Grenzwerten auch Alternativen zur Fahrt mit dem eigenen Auto.


Der „Get Home Safe“-Modus ist die Besonderheit

Das kleine, etwa daumengroße Gerät funktioniert dabei im Wesentlichen wie die klassische Messung des Promillegehalts: Man pustet fünf Sekunden lang in eine kleine Öffnung. Anschließend allerdings verbindet sich der „Breezer“ per Bluetooth mit der entsprechenden Smartphone-App. Dort erscheinen dann der aktuelle Promillewert und die voraussichtliche Dauer bis dieser abgebaut sein wird. Um akkurate Werte zu erhalten, müssen allerdings seit dem letzten Alkoholgenuss zwanzig Minuten vergangen sein. Wer nicht selber auf die Uhr schauen möchte, kann auch eine Art Countdown aktivieren – die App meldet sich dann, wenn es soweit ist.


Liegt der Promillewert unter einem zuvor festgelegten Grenzwert, kann man mit den Daten noch einige kleinere Spielereien anstellen. So lässt sich die App mit Apples HealthKit-Plattform verbinden und mit anderen Lifestyle-Trackern kombinieren. Die eigentliche Besonderheit von „Breezer“ kommt aber erst zum Tragen, wenn der Promillegehalt zu hoch liegt. Dann nämlich schaltet die App in den „Get Home Safe“-Modus. Dort bekommt der Nutzer zunächst das Angebot einen Wagen inklusive Fahrer bei Uber zu bestellen. Zudem wird eine Liste verfügbarer Taxiunternehmen in der Umgebung angegeben. Und schließlich hat die Funktion auch Zugriff auf die Kontaktliste des Smartphones und schlägt verschiedene Freunde vor, die einen abholen könnten.

Startkapital kam durch amerikanische TV-Sendung

Nach Angaben der Firma hinter „Breeze“ geht es darum, die Aufmerksamkeit der Kunden zu steigern und diese zu wohlüberlegten Entscheidungen zu bewegen. Der legendären Aussage des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein, ein gestandenes Mannsbild könne auch nach zwei Maß Bier noch Auto fahren, würde die App beispielsweise vehement widersprechen und vorschlagen, Beckstein solle sich gegebenenfalls lieber ein Taxi bestellen. Das Startkapital des Unternehmens „Breathometer“ in Höhe von einer Millionen Dollar kam dabei durch die amerikanische TV-Sendung „Shark Tank“ zusammen. Inzwischen hat das Unternehmen weitere fünf Millionen Dollar eingesammelt – einer der Investoren ist dabei der Internetmilliardär – und Besitzer der Dallas Mavericks – Marc Cuban. Das Promillemessgerät „Breeze“ kann bisher nur online bestellt werden und kostet 100 Dollar.

Breeze unboxing by Chris Voss

Quelle: DigitalJournal

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