Hunderte Millionen Bewohner von Staaten in Afrika, Asien und Südamerika beziehen ihren Strom aus meist veralteten Dieselgeneratoren. Da die Siedlungen oft abseits gelegen sind, ist der Transport des Brennstoffs sehr teuer. Dass eine Kilowattstunde Strom dann mehr als einen Euro kostet ist keine Seltenheit. Solarstrom hilft auch nicht entscheidend weiter, obwohl die Module seit Jahren billiger werden. Doch gerade dann, wenn Strom benötigt wird, also am Abend, liefern die Zellen nicht. Und Pufferbatterien sind extrem teuer.


Wind löst Diesel in der Dritten Welt ab

FuSystems SkyWind, ein Jungunternehmen aus Langenhagen bei Hannover, hat jetzt den Weg zu einer Lösung gefunden, zumindest für windverwöhnte Regionen: Einen unverwüstlichen Windgenerator mit einer Leistung von einem Kilowatt, der auch für Menschen in der Dritten Welt erschwinglich ist. Er kostet gerade mal 549 US-Dollar, also rund 500 Euro. Vergleichbare Kleinwindanlagen liegen bei 2000 Euro.


Resistent sogar gegen Sandstürme

Die Breezergy genannte Anlage besteht aus Flugzeugaluminium und Stahl, Werkstoffe, die selbst Sandstürmen trotzen. Sie ist allerdings lauter als Windmühlen aus Faserverbundmaterialien, was in der Dritten Welt jedoch als weniger störend empfunden wird, wie die Entwickler glauben. Der Rotor hat einen Durchmesser von knapp zwei Metern. Die komplette Mühle wiegt nur 30 Kilogramm, sodass sie auf einfachen Holzpfählen befestigt werden kann.
Der günstige Preis resultiert aus der einfachen Herstellungstechnik der Flügel und der Nutzung leistungsstarker Neodym-Magnete im Generator.

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Orkan? Kein Problem

Die Anlage beginnt mit der Stromproduktion bei einer Windgeschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde. Bei 15 Metern pro Sekunde erreicht sie ihre Nennleistung. 40 Meter pro Sekunde – das ist Orkanstärke – übersteht sie schadlos.

1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    19. Oktober 2016 at 21:43

    Es freut mich, daß das deutsche Startup auf dem Erfolgsweg zu sein scheint. Wünschenwert wäre, daß nun auch die Politik dafür engagiert – im Rahmen der Entwicklungshilfe z.B. -, denn die Vermarktung auf inernationalem Niveau ist für eine kleine Firma alleine kaum zu realisieren.
    Zudem ist überlegenswert, die Rotorblätter zu optimieren, wozu sich die open-source-Technologie des „geschlitzten Rotorblattes“ anbietet:
    http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_08_11_windenergie_neue_designs.htm#Schlitzblatt_Rotor

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